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Im Februar 1945 floh die 25jährige G. O. gemeinsam mit ihren Eltern von Stettin nach Eisenberg in Thüringen. In den von der Mutter aus Säcken genähten und mit dem Familiennamen beschrifteten Rucksäcken trugen sie ihre Habseligkeiten. Im November 1945, als sicher war, daß Thüringen zur sowjetischen Besatzungszone gehören würde, beschloß sie überstürzt, nach Hamburg zu gehen. Ohne die Stadt zu kennen, verband sie damit die Hoffnung auf einen Neuanfang. Die Fahrt, die sie bei Eiseskälte in einem offenen Güterzug verbrachte, dauerte einen ganzen Tag. In Hamburg angekommen, besorgte sie sich eine Adresse und kehrte nach Eisenberg zurück, um ihre Sachen zu holen. Zunächst mußte sie jedoch eine Rippfellentzündung auskurieren, die sie sich auf der Fahrt zugezogen hatte. Ihre Mutter schöpfte wieder Hoffnung, daß sie bei ihnen bliebe, denn die Eltern wollten nicht aus Thüringen weggehen, wo der Vater eine neue Arbeit als Ingenieur gefunden hatte. Trotzdem nähte sie ihrer Tochter aus einem kunststoffbeschichteten Stoff aus dem Bestand des amerikanischen Militärs einen Rucksack. Wieder in Hamburg mußte sie sich eine neue Bleibe und eine Arbeitsstelle suchen, die sie schließlich beim Deutschen Pressedienst fand.

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