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Aus der Nähe.
Fotografien von Walter Ballhause 1928-1986

31. August bis 22. Oktober 2000

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit GAFF - Galerie für Fotografie Rotenburg

Reklameträger

Walter Ballhause (1911-1991) gilt als einer der frühen sozialdokumentarischen Fotografen in Deutschland und stammt aus dem Umkreis der Arbeiterfotografen-Bewegung der Weimarer Republik. Ende der Zwanziger Jahre begann er in Hannover, wo er als Facharbeiter bei der Hanomag beschäftigt war, mit einer geliehenen Leica zu fotografieren. Seine Themen fand er in seinem direkten Umfeld: bei den Ausflügen der Roten Falken, in den Arbeitersiedlungen und auf den Straßen Hannovers. Als er 1930 arbeitslos wurde, wanderte er durch die Straßen und hielt die Not von Arbeitslosen, Kriegsinvaliden und Armen während der Weltwirtschaftskrise fest, aber auch Szenen des alltäglichen Lebens in der Großstadt. Diese eindringlichen Bildserien wurde damals auf Ausstellungen und in Illustrierten veröffentlicht.

Kriegsinvalide in der Innenstadt

Von den Nazis verfolgt gab er das Fotografieren zunächst auf und arbeitete als Chemielaborant, wurde 1944 aber erneut inhaftiert. Nach dem Krieg war er kurzzeitig Bürgermeister von Straßberg bei Plauen und leitete dann eine Gießerei.


Kinder in der Großstadt

In dieser Zeit entstanden Aufnahmen über die Situation von Flüchtlingen und Portraits der Gießereiarbeiter. Danach hat er nur noch selten dokumentarische Bildserien fotografiert und fertigte zuletzt fast ausschließlich Naturstudien und Landschaftsaufnahmen. Ende der 70er Jahren wurde er als Fotograf wiederentdeckt und seine Bilder waren auf mehreren internationalen Ausstellungen zu sehen.

Aufmarsch anläßlich Hitlers Geburtstag

Walter Ballhause benutzte die Kamera, um seine eigenen Erlebnisse und Erfahrungen ins Bild zu setzen: seine Begeisterung für Naturerlebnis und Gemeinschaftsgefühl in der Jugendbewegung und seine Empörung über die soziale Not in den Städten. Er verstand seine Fotografien aber auch als Mittel in den politischen Auseinandersetzungen der Weimarer Republik. Dabei fotografierte er ohne Pathos und erwies sich als aufmerksamer Beobachter seiner Zeit. Er orientierte sich an den Vorbildern des professionellen Bildjournalismus, arbeitete oft aber mit ,versteckter' Kamera, und seine Aufnahmen erscheinen fast wie beiläufig gemachte Beobachtungen. Aus dieser Spannung zwischen teilnehmender Nähe und fotografischer Distanz begründet sich die Qualität seiner Bilder.

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