Filmkostüme!
Das Unternehmen Theaterkunst
27. September 2007 bis 24. März 2008
Ob Sissi, Schimanski oder Luther, unsere Erinnerung an Filmcharaktere ist eng verknüpft mit ihren Kostümen. Verantwortlich dafür, dass Charakter und Ausstattung eine passgenaue Einheit bilden, ist das Kostümbild.
Das Beispiel des Kostümhauses Theaterkunst gibt Einblick in die Arbeitsfelder der Kostümherstellung - vom Entwurf der Kostümbilder bis hin zur handwerklich beeindruckenden Umsetzung. Gleichzeitig ist seine Geschichte verquickt mit der nationalen und internationalen Filmgeschichte. Die Ausstellung präsentiert Exponate aus 100 Jahren Kostümausstattung. Es ist ein Leichtes, die dazu gehörenden Filmstars mit zu entdecken.
Darüber hinaus ermöglicht die Ausstellung den Blick hinter die Kulissen. Sie zeigt, welche Berufe, Fertigkeiten und Qualifikationen früher und heute für die Kostümausstattung notwendig waren. Die Ausstellung informiert auch über die logistische Meisterleistung, einen Fundus mit über 10 Millionen Stücken so zu ordnen, dass die für den jeweiligen Film geeigneten Kostüme zur Verfügung stehen.
Das Firmenarchiv der Theaterkunst GmbH und weitere Sammlungen dokumentieren die Entwicklung des Unternehmens als Teil der politischen und sozialen Geschichte Deutschlands.
Die Ausstellung ist eine Kooperation von Deutscher Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen, Firma Theaterkunst und Museum der Arbeit Hamburg. Die Figuren zur Präsentation der Kostüme stellt die Firma Moch Schaufensterfiguren zur Verfügung.
Kostümbild
Filmkostüme sind keine Alltagskleider. Vielmehr sind sie ebenso wie Drehbuch, Szenenbild und Kamera künstlerisches Mittel der Filmerzählung. Bei der Auswahl von Form, Farbe, Material, Schnitt und Gestaltung bleibt nichts dem Zufall überlassen, damit das Filmkostüm seinen Beitrag zur angestrebten Gesamtwirkung eines Films leisten kann.
Am Beispiel einer aktuellen Produktion wird ein anschauliches Bild der verschiedenen Arbeitsschritte der Kostümherstellung und -auswahl gezeigt.
Namhafte Kostümbildner/innen der vergangenen 100 Jahre werden mit exemplarischen Entwürfen und Arbeitsmaterialien vorgestellt.
Kostümwerkstätten und Fundus
An der Entstehung eines Kostümbildes sind außer dem künstlerischen Beruf der Kostümbildnerin auch unterschiedliche handwerkliche Berufe beteiligt, wie Direktrice, Schneider/in, Modist/in und Rüstmeister/in. Die Ausstellung stellt beispielhaft Arbeitsgeräte und Produkte dieser Berufe vor. Ergänzt und anschaulich erläutert wird dies durch regelmäßige Vorführungen von Arbeitstechniken. So gibt es Präsentationen einer Modistin bei der Herstellung von Hüten, einer Schneiderin bei der Erstellung von Miederwaren und eines Rüstmeisters bei der Produktion von Teilen einer Rüstung.
Kostüme und ihre Stars
Die in der Ausstellung präsentierten Original-Filmkostüme werden durch die gleichzeitig projizierten Filmszenen "lebendig".
Die Filmkostüme der Theaterkunst wurden u. a. getragen von Mario Adorf, David Bowie, Horst Buchholz, Marlene Dietrich, Heino Ferch, Joseph Fiennes, Corinna Harfouch, Klaus Kinski, Sebastian Koch, Winona Ryder, Romy Schneider, Hanna Schygulla, Barbara Sukowa.
Zu sehen sind 34 Kostüme, die von nationalen und internationalen Stars getragen wurden und die Filmgeschichte schrieben.
Begleitprogramm
Das ergänzende Programm zur Ausstellung umfasst Wochenendvorführungen zu traditionellen Arbeitstechniken der Kostümausstattung, besucheraktive Angebote für Schulklassen und Gruppen nach Voranmeldung, Vorträge zu Filmgeschichte und Filmkostüm und ein Filmprogramm des Metropolis Kinos.
Siehe auch Kulturpodcast!
