Andreas Herzau
Me, myself + I
19. April bis 11. August 2002
Ausstellung zur Triennale der Photographie in Hamburg 2002
Die Arbeit am Ich, das ist das Thema der Fotografien von Andreas Herzau. Es sind Bilder von Menschen in einer globalisierten Welt, die sich auf der Suche nach Identität und Zugehörigkeit befinden.
Die Fotografien erzählen von der Selbstinszenierung der Menschen, der Formung und Verformung der Körper, sie zeigen den Schöpfungsversuch eines Produktes mit dem Namen Ich. Es sind Zeugnisse einer Gesellschaft, in der körperliche Arbeit fast nur noch am eigenen Körper geleistet wird.
Die Orte, die als Bühne für solcherart kollektive Selbstinszenierung dienen, sind zahlreich. Sie finden sich jenseits der Arbeit bei Techno-Veranstaltungen, auf politischen Demonstrationen, in Diskotheken, in Clubs oder am Christopher Street Day. Andreas Herzaus Bilder aus den letzten zehn Jahren werfen Schlaglichter auf diese öffentlichen Laufstege der großen und kleinen Welten.
Herzaus Fotografien überprüfen die Realität gleichsam mit dem Erkundungsblick eines Ethnografen. Seine Bildsprache formuliert dabei aus dem ständigen Wechsel von Nähe und Ferne, von Detail und Totale einen sowohl distanzierten als auch neugierigen Kommentar auf diese vielfältigen Versuche des Selbst-Marketings.
Der Körper als Marke: In großformatigem Schwarz-weiß, in hochglänzendem Bunt wird in dieser Ausstellung das Bemühen der Einzelnen und der Vielen, sich zu unverwechselbaren Typen zu stilisieren, präsentiert.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog
Andreas Herzau, geb. 1962. Ausbildung zum Typographen, Ausbildung zum Politikredakteur, seit 1990 freiberuflicher Fotograf. Gründungsmitglied der Fotografengruppe "signum". Neben namhaften Preisen zahlreiche Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland. 1999 bis 2001 Lehrbeauftragter für Fotografie an der FH Bielefeld. Bekannt wurde Andreas Herzau durch seine weltweiten Reportagearbeiten, die für deutsche Magazine und Zeitungen entstanden, sowie durch seine freien Arbeiten, z.B. seine Beteiligung an dem Buch- und Ausstellungsprojekt "Flucht - 50 Millionen Menschen ohne Heimat".
