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Bilderbunter Alltag -
200 Jahre Lithographie

19. Februar bis 30. Mai 1999

Mit der Erfindung der "Chemischen Druckerey", wie Alois Sennefelder 1798 sein neues Flachdruckverfahren nannte, wurde es möglich, massenhaft bunte und billige Bilder zu produzieren. So gelangte gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine bisher nicht gekannte Fülle von Bildern in den Alltag "kleiner Leute".

Die Ausstellung des Museums der Arbeit stellt dieses neue Druckverfahren vor und vergleicht es mit den älteren. Vor allem aber zeigt sie einen bunten Berg von Bildern und fragt nach deren Bedeutung für die Menschen damals aber auch für uns heute, die wir uns ein Bild vom 19. Jahrhundert machen wollen.


Selbstverständlich wird die Ausstellung die Schaulust befriedigen. In dunkelrotem Samt präsentiert sich die bunte Bilderwelt: Oblaten mit Kinderglück, goldverzierte Glückwunschkarten in kuriosesten Variationen, Pariser Papierfächer, blumige Seifenverpackungen und Werbeplakate bekannter Künstler.


Seit Beginn dieses Jahrhunderts begann der Offsetdruck die lithographische Massenproduktion zu verdrängen. Doch Künstler nutzen nach wie vor die Möglichkeiten des Steindrucks. Davon zeugt ein kleiner Raum der Ausstellung mit Lithographien aus der Sammlung von Carl Vogel in Hamburg und Roland Ehrhardt in Dresden.

Leute vom Fach werden alte Steindrucktechniken vorführen, und am Ende der Ausstellung kann der Besucher die digitalen Bildherstellungstechniken kennenlernen, die uns am Ende des 20. Jahrhunderts scheinbar unerschöpfliche Bilderwelten eröffnen, eine faszinierende und wegen der Manipulationsmöglichkeiten zugleich fragwürdige Perspektive.

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