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Werbewelten made in Hamburg
100 Jahre Reemtsma

10. September 2010 bis 20. März 2011
verlängert bis 3. Juli 2011

Enparaffinierungsanlage im Shell-Werk Hamburg

Hamburg und Altona haben eine lange Tradition des Handels und der Verarbeitung von Tabak. Auch Bernhard Reemtsma, der 1910 die kleine Zigarettenfabrik Dixi in Erfurt übernommen hatte, verlagerte seinen Betrieb 1923 nach Altona-Bahrenfeld. Unter der Leitung seiner Söhne Hermann, Philipp und Alwin entwickelte sich die Reemtsma AG in einer beispiellosen Expansion zum größten Hersteller von Zigaretten in Deutschland. In Zusammenarbeit mit dem Markentechniker Hans Domizlaff wurde das Unternehmen zum Pionier der Markenzigarette und machte immer wieder mit innovativen Werbekampagnen auf sich aufmerksam.

Die Geschichte dieser Markenentwicklungen ist ein exemplarisches Stück Werbegeschichte in Deutschland. Das Museum der Arbeit übernahm im Jahr 2004 das Werbemittel- und Fotoarchiv der Reemtsma Cigarettenfabriken und präsentiert im Jubiläumsjahr 2010 mit einer großen Ausstellung die Entwicklung des Unternehmens und seiner Marken mit Objekten aus der reichhaltigen tabakhistorischen Sammlung. Das Bildrepertoire reicht von Wikingermotiven bis hin zu exotischen Orientbildern aus Tausendundeiner Nacht. Emailschilder, Werbeaufsteller, Plakate, historische Zigarettenschachteln und Fotografi en geben einen tiefen Einblick in diese Werbewelten made in Hamburg.

Enparaffinierungsanlage im Shell-Werk Hamburg

Reemtsma in Hamburg

1910 begann die Geschichte des Zigarettenherstellers Reemtsma in Erfurt, 1923 zog das Unternehmen nach Altona-Bahrenfeld. Hamburg und der Freihafen hatten sich über Jahrzehnte zum idealen Standort für den Handel und die Verarbeitung von Tabak entwickelt. Viele kleine Betriebe in Ottensen oder Eimsbüttel stellten in Handarbeit Zigarren her. Auch die Zigarettenfertigung etablierte sich in Hamburg und Altona; zu Beginn der 1920er Jahre existierten ca. 40 Zigarettenfabriken, die ihre Produkte vor allem innerhalb der Stadtgrenzen vertrieben. Gegenüber der Trabrennbahn in Bahrenfeld errichtete Reemtsma eine moderne Zigarettenfabrik, die innerhalb weniger Jahre zum größten Hersteller in Deutschland wurde. Grundlagen dieser beispiellosen Expansion waren die Mischungen des Tabakexperten David Schnur, die fortschrittliche Produktion, die Unternehmenspolitik Philipp Reemtsmas und die konsequente Verfolgung der Markenidee. Das Unternehmen wurde so zu einem Pionier der Markenzigarette und der Markenwerbung.

Bilderwelten der Werbung

Haremsdamen und Scheichs, Pyramiden, Sphingen und Kamele – die frühen Zigarettenmarken wurden mit der Exotik fantastischer Orientwelten umgeben. Doch auch die Lebenswelt der Raucher floss in die Markenwelt ein: nationalistische Motive wie „Unser Kaiser“ zur Zeit des Ersten Weltkrieges, neue Frauen- und Männertypen der Zwanzigerjahre oder die Lust auf ferne Länder und den „Duft der großen, weiten Welt“ in der Wirtschaftswunderzeit. Die Bilderwelten der Werbung und ihre Botschaften waren immer ein Spiegel ihrer Zeit.

Enparaffinierungsanlage im Shell-Werk Hamburg

Viele prominente Gestalter wie Theo Matejko, Oskar Hadank, Fritz Bühler oder Max Hoff arbeiteten für das Unternehmen, das auch immer wieder mit innovativer Werbung von sich reden machte. In der Ausstellung werden ihre Arbeiten mit Entwürfen und Reinzeichnungen gezeigt. Die Bilderwelt der Werbung, von den Orientmotiven bis hin zu den skurrilen Figuren der „Test the West“-Kampagne, wird ebenso zu sehen sein wie die historischen Fotografien aus der Geschichte des Hamburger Unternehmens Reemtsma.

Sonntags ins Museum

Jeden Sonntag startet um 12 Uhr die Sonntagsführung durch die Ausstellung, für 2,– Euro plus Museumseintritt. Anschließend können in der Metallwerkstatt „Elefanten geschleudert“ werden, oder es kann in der Druckwerkstatt die Kunst des Buchdrucks erlernt werden.

Gruppenführungen

Führungen für Schulklassen, Studierende oder Reisegruppen können über den Museumsdienst Hamburg gebucht werden. www.museumsdienst-hamburg.de, Tel. 040 4281310

Angebote für Schulklassen

Eine Ausstellung des Museums der Arbeit mit freundlicher Unterstützung durch:

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