Raphael Bolius: "Landnahme"
13. Februar bis 29. März 1998
Eine Ausstellung zu den sozialen und ökologischen Folgen der Zelluloseherstellung in Brasilien.
Die Ausstellung "Landnahme" dokumentiert einen für die Industrieländer bedeutsamen Ausschnitt der brasilianischen Landwirtschaft - die Gewinnung des Rohstoffs Eukalyptusholz zur Herstellung von Zellulose.
Eukalyptuszellstoff ist das Ausgangsmaterial zur Produktion von hochwertigen Papieren, 80 bis 90 % des in Brasilien hergestellten Zellstoffs werden nach Nordamerika, Japan und Europa exportiert.
Während der vergangenen 20 Jahre wurden im Gebiet der brasilianischen Atlantikküste Eukalyptusplantagen angepflanzt. Auf einer Fläche von ungefähr 6 Millionen Hektar - ehemals Ackerland oder Primärwald - entstanden Monokulturen von Eukalyptuswäldern. Internationale Konzerne investierten. Soziale Konflikte keimten auf. Landlose forderten die von Politikern versprochene Landreform und Umweltprobleme wurden beklagt.
Der Fotograf Raphael Bolius war 1996 diesen Zuständen in den Bundesstaaten Bahia und Espirito Santo auf der Spur. Seine Fotos zeigen neben Eukalyptusplantagen auch die Menschen in den umliegenden Dörfern. Viele waren früher Bauern und sind heute Tagelöhner, andere leben heute in Indianerreservaten.
