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Sexarbeit
Prostitution - Lebenswelten und Mythen

4. November 2005 bis 26. März 2006
verlängert bis 13. August 2006

"Sexarbeit" - der Begriff geht auf die amerikanische Prostituiertenbewegung und ihre Forderung nach rechtlicher und sozialer Gleichstellung zurück.

Sexarbeit ist eine traditionsreiche Dienstleistung und stellt heute einen beträchtlichen Wirtschaftsfaktor dar: Etwa 200 000 vorwiegend Frauen arbeiten hierzulande im Sexgewerbe, der Jahresumsatz wird auf ca. 14 Milliarden Euro geschätzt.

Prostitution ist heute als Berufstätigkeit anerkannt und legal. Das Gesetz von 2002 hat die Diskriminierung der Prostitution als sittenwidrig aufgehoben.

Prostituierte können seitdem in die gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung eintreten.

Unsere Ausstellung wirft einen Blick hinter die Kulissen, zeigt, was im Schatten des Voyeurismus häufig unsichtbar bleibt: eine Arbeitswelt zwischen Illusion und Wirklichkeit, sie kratzt an Klischees ohne den moralischen Zeigefinger, fragt: Ist Sexarbeit ein Beruf wie jeder andere auch? Gibt es das große, schnelle Geld? Wie sehen Prostituierte ihre Arbeit?

Zentrale Themen der Ausstellung sind:

  • Arbeit im Sexgewerbe
  • Paradigmenwechsel in der gesundheitlichen Prävention
  • Arbeitsmigration und Prostitution
  • Recht und Sitte
  • Geschichte der Sexindustrie in Hamburg mit einigen Streiflichtern auf Berlin und Beispielen aus der NS-Zeit mit Bordellen für Wehrmacht und in KZs
  • Beispiele aus Europa und Übersee
  • Drogenprostitution
  • Frauenhandel / sexualisierte Gewalt
  • Prostitutionskunden / Freier
  • Prostituiertenbewegung national und international
  • Künstlerische Positionen

Über 500 Exponate aus der Zeit von 1850 bis 2005 sind in der 700 qm großen kulturgeschichtlichen Schau zu sehen: das Rechnungsbüchlein des "Kontrollmädchens" Margarete Sietz von 1861, Arbeitskleidung und -geräte verschiedener Sparten im Sexgewerbe - ob Fensterschuhe aus der Herbertstraße oder Cockring in der mann-männlichen Prostitution; Filmplakate wie "Die Sünderin" von 1951; Ladenschilder des Seaman´s Store aus dem Hamburger Hafen; Poster der Hurenbewegung; Kondome der Wehrmacht, Fußreifen indischer Tempelprostituierter...Objekte, aus öffentlichen und privaten Sammlungen sowie aus der Hand von Sexarbeiter/innen mit persönlichen Geschichten.

Das Buch zur Ausstellung hat 350 Seiten/350 Abb, kostet 24,90 Euro (Edition Temmen).

Zur Ausstellung wird ein umfangreiches Rahmenprogramm angeboten.

Die Ausstellung kann entliehen werden - Informationen bei der Kuratorin Dr. Elisabeth von Dücker.

Vom 1. Juni bis zum 1. August 2007 ist die Ausstellung im Kornhausforum Bern zu sehen.

Ansprechpartnerinnen:
Dr. Elisabeth v. Dücker, Jenni Boie
Museum der Arbeit
E-mail: vonDuecker@museum-der-arbeit.de
FAX: 040-428 133-330.

Kooperationspartner:

  • Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Universität Hamburg
  • Institut für Ethnologie der Universität Hamburg
  • Kunstgeschichtliches Seminar der Universität Hamburg
  • Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Fachbereich Sozialpädagogik
  • Hochschule für Musik und Theater Hamburg
  • Frauenmuseum in Bonn
  • Haus am Kleistpark, Berlin
  • Institut für Kunst im Kontext der Universität der Künste Berlin
  • Neue Gesellschaft für Bildende Künste Berlin
  • Das Schwule Museum, Berlin
  • Behörde für Wissenschaft und Gesundheit Hamburg
  • AIDS Hilfe Hamburg e.V.
  • Nordelbische Kirche
  • De Rode Draad, Amsterdam
  • HYDRA e.V., Berlin
  • Amnesty For Women/TAMPEP, Hamburg
  • Gewerkschaft ver.di
  • BdWi Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
  • MADONNA e.V.
  • BASIS-Projekt e.V.
  • KOOFRA Koordinierungsstelle gegen Frauenhandel e.V.
  • St.Pauli-Museum, Günter Zint
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