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Tunnel. Hamburg und seine Unterwelt

Sonderausstellung zum 100-jährigen Jubiläum des St. Pauli-Elbtunnels

9. September 2011 bis 25. März 2012

100 Jahre Alter Elbtunnel – Tunnelbau in Hamburg

Alter Albtunnel

Am 7. September 1911 wurde der St. Pauli Elbtunnel eröffnet, ein Fußgängertunnel, der die Arbeiter der Werften und Hafenbetriebe schneller und sicherer zum Südufer der Elbe brachte. Mit seinen Aufzügen für Personen und Fahrzeuge zählt er heute zu den "Historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland". Anlässlich seiner Fertigstellung vor 100 Jahren erzählt das Museum der Arbeit die Geschichte der Unterwelt in Hamburg, die Geschichte der Planung und des Baus von Tunneln und deren Folgen für die Stadtentwicklung.

Der wasserreiche Untergrund in Hamburg machte den Tunnelbauern in den letzten 150 Jahren am Zusammenfluss von Alster und Elbe immer wieder zu schaffen. Gletscher hatten Gesteinsmaterial in End- und Grundmoränen zurückgelassen, Findlinge beim Abschmelzen darauf verstreut, das Wasser hatte Sand herangetragen und Pflanzen hatten die durch Eis geschaffenen Seen zu Morast verlanden lassen. In diesen sehr unterschiedlich stabilen und wasserführenden Schichten sollte in der Großstadt eine zweite Ebene für den Verkehr entstehen, für den Transport von Wasser und Abwasser, Gas und Strom, Güter und Personen, für Eisenbahn, U- und S-Bahn, für Fußgänger, Fuhrwerke und Automobile.

Alter Albtunnel

Unter der Stadt – unter der Elbe

Wegen des schwierigen Untergrundes mussten dafür immer neue Bauverfahren benutzt werden: neben der offenen Bauweise der Schildvortrieb beim Bau der Kanalisation im 19. Jahrhundert, das Senkkastenverfahren und Druckluftarbeit beim "Alten Elbtunnel", erste maschinelle Schildvortriebe für U- und S-Bahn, das neue Absenkverfahren und der Schild-vortrieb beim "Neuen Elbtunnel" bis hin zu den Tunnelbohrmaschinen wie TRUDE bei der 4. Elbtunnelröhre, SOFIA für die Flughafen-S-Bahn und VERA für die U 4 in die HafenCity.

Alter Albtunnel

Die Gefahren für die Tunnelarbeiter wurden durch Vorsichtsmaßnahmen vermindert – vom Bau des "Alten Elbtunnel", in der die Vorschriften des eingesetzten Tunnelarztes Arthur Bornstein die Folgen der Caissonkrankheit minderten, bis hin zu den Tunnelbohrmaschinen, in denen Menschen nur für Reparaturen in dem unter Druck gesetzten Raum am Schild arbeiten mussten.

Aber immer noch hilft die "Heilige Barbara" den Mineuren – ihre Statue kommt als erstes auf die Baustelle und verlässt als letzte den mit Gefahren verbundenen Arbeitsort.

Alter Albtunnel

Ob Bau der Kanalisation im19.Jahrhundert oder aktuell die Forschungsanlage DESY, ob Tunnelbohrmaschinen wie TRUDE, SOFIA und VERA – historische Zeichnungen, Baupläne, Fotografien, Modelle, Filme, Arbeitswerkzeuge und technisches Gerät zeigen die vielen Facetten des Tunnelbaues in Hamburg am Beispiel der wichtigsten Tunnel unter Elbe, Alster und Stadt.

Alter Albtunnel

Buch zur Ausstellung

Für die Finanzierung des Buches "Unter Elbe, Alster und Stadt. Die Geschichte des Tunnelbaus in Hamburg" von Sven Bardua, das zur Ausstellung im Dölling und Galitz Verlag erscheint, danken wir der Hamburgischen Architektenkammer und der Hamburgischen Ingenieurkammer-Bau.

Angebote für Schulklassen

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Zusammenarbeit

Mit Bauplänen, Objekten, Modellen und historischen Fotografien beteiligen sich an dem Gelingen der Ausstellung u. a. Hamburg Port Authority, Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer, Hamburg Wasser, Hamburger Hochbahn AG, Nordseetaucher GmbH, ARGE U4, IG Bau, Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung, S-Bahn Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt – Geologisches Landesamt und Universität Hamburg – Institut für Geographie.

Unterstützung

Für die finanzielle Unterstützung der Ausstellung danken wir dem Sonderausstellungsfonds der Kulturbehörde, der Firma Eggers, der Arbeitsgemeinschaft Alter Elbtunnel HC Hagemann/Züblin, dem Freundeskreis des Museums der Arbeit und der Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft.

Mit freundlicher Unterstützung durch:

In Zusammenarbeit mit


Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer
Trainee-Programm für Bauingenieure, Maschinenbauingenieure, Elektroingenieure
Duales Studium im Bereich Bauingenieurwesen

100th anniversary of the Old River Elbe Tunnel – Tunneling in Hamburg

On 7 September1911, the St. Pauli Elbe Tunnel was opened. The "pedestrian tunnel”, took the shipyard and dock workers faster and safer to the South Bank of the River Elbe. With its lifts for pedestrians and vehicles, the tunnel is among the "Historic Civil Engineering Landmarks in Germany” today. On the occasion of its completion 100 years ago, the Museum of Work tells the story of the "underworld in Hamburg”, the story of the planning and construction of tunnels and its consequences for the urban development.

In the last 150 years, tunnellers and engineers had to continually cope with the different water permeability of the subsoil in Hamburg where the Rivers Alster and Elbe meet.

Alter Albtunnel

Glaciers had left solid rocks in terminal and ground moraines and when melting, they had dispersed boulders on them; water had brought sand and plants had silted the lakes created by the ice into mire. In those layers of rock, whose stability and water permeability differed, a second level for the traffic beneath the city was planned, for the transport of water and sewage, gas and electricity, freight and passengers, for the railway, the subway, the metropolitan trains, for pedestrians, carriages and automobiles.

Beneath the Rivers Elbe and Alster

Because of the difficult underground, new construction methods had to be developed and implemented continuously: in addition to the open cut construction, the shield tunnel method for the construction of the sewage system in the 19th century; the caisson sinking with compressed air in the working chamber for the Old River Elbe Tunnel; the first Tunnel Boring Machines (TBMs) for the subway and the metropolitan trains; the immersed tube tunnel method and the TBM tunnels for the New River Elbe Tunnel from 1968 until 1975; right up to TBMs like TRUDE for the 4th tunnel tube, SOFIA for the metropolitan connection of the airport and VERA for the heading towards the HafenCity.

Precautions were made in order to minimize hazards for the tunnellers – starting with reducing the impact of compressed air (Caisson disease) by using the regulations of Doctor Arthur Bronstein when the Old River Elbe Tunnel was constructed, up to the construction of tunneling machines where tunnellers were exposed to compressed air only for maintenance works on cutting tools.

Alter Albtunnel

But St. Barbara still is the guardian of the tunnellers – her statue is first to arrive on site and last to leave. From the construction of the early sewage system in the 19th century to the present heading of the DESY tunnel, from the TRUDE, SOFIA and VERA TBMs: historical drawings, construction plans, photographs, models, films, working tools and technical equipment show various facets of Tunneling in Hamburg, choosing the most important tunnels beneath the Rivers Elbe and Alster as well as the city as an example.

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