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Frauen und Männer: Arbeits- und Bilderwelten

Zur Zeit wegen Umbau geschlossen!

Konservenfabrik

Ein Novum in der bundesdeutschen Museumslandschaft erwartet das Publikum im zweiten Stock des Museums: Arbeit von Frauen und Männern in Beruf und Familie sowie die sich wandelnden Bilder von Weiblichkeit und Männlichkeit werden hier unter der Geschlechterperspektive betrachtet.

Im Zentrum der Abteilung stehen eine Heringsfiletiermaschine und ein Räucherofen als Arbeitsorte von Frauen und Männern: Als Beispiele der Hamburg-typischen Fischindustrie ist an ihnen ablesbar, wie Erwerbsarbeitsplätze in der industriellen Produktion dem Geschlecht zugeordnet werden. "Leichte Arbeit", geringe Bezahlung, monotone Abläufe sind hier häufig charakteristisch für Frauenarbeit. Männern wird "schwere" Arbeit bei höherer Verantwortung oder Qualifikation zugeschrieben. Dahinter steht oft die heimliche Festlegung auf ihre Rolle als "Ernährer der Familie", während Frauen immer noch als "Zuverdienerin" gelten.

Fischfiletiermaschine

Den Erwerbsarbeitsplätzen benachbart ist eine Kulturgeschichte des Unbeachteten: der sogenannte "Arbeitsplatz Kind". Hier werden die Arbeiten "am Kind", die vielfältigen und oft unbemerkten Tätigkeiten sichtbar gemacht, die beim Großziehen einer neuen Generation anfallen - ein neues Sammlungsgebiet des Museums.

Um die Mittelachse gruppieren sich Exponat-Inseln zur Frage nach der Vereinbarkeit von Elter(n)schaft und Beruf für beide Geschlechter. Welche Antworten es darauf gibt und gab, wird an den Beispielen Schweden, ehemalige DDR und BRD gezeigt. Hier bieten sich Einblicke in alte und neue Modelle von Familie, von Arbeits- und Zeitaufteilung und von Leitbildern.

Räucherofen

Die Frage "Wohin mit dem Kind?" stellt sich nicht erst in jüngster Zeit: Exponate zur bislang unbeachteten Geschichte der öffentlichen Kinderversorgung in Hamburg werden mit dem Album "Fräulein Mutter" zu einer Montage verknüpft. Diese hamburgische Familienchronik erzählt authentische Geschichten vom Kindergroßziehen durch drei Generationen lediger Mütter, mit und gegen die Normen. Weitere Themen der Abteilung sind "Erfahrungen türkischer Arbeitsmigrantinnen in der Hamburger Fischindustrie" sowie "Ökonomische Diskriminierung und Privilegierung von Frauen und Männern seit 1900".

Geschlechterrollen

Den historischen Rahmen der Abteilung bilden sechs Zeitschnitte, die Fragen nach Kontinuitäten und Veränderungen von Geschlechterrollen der letzten 200 Jahre nachgehen. In privaten und veröffentlichten Bildern werden Entwürfe von "Männlichkeit" und "Weiblichkeit" transportiert: Sei es absichtsvoll wie in Schulbüchern und Bilderbögen oder sei es als "heimliche Erzieher" quasi nebenbei in Plakaten, Illustrierten oder in der Werbung. Bei den privaten Bildern ist es vorwiegend die Fotografie, mit der sich seit der Jahrhundertwende Frauen und Männer ins Bild setzen (lassen) und damit ihre Vorstellungen von Geschlechterrollen gestalten. Diese Bilderwelten werden mit einer Auswahl von Daten und Texten zu den zeitgenössischen Vorstellungen von Geschlechterrollen collagiert und bringen dadurch die Bilder selbst zum Sprechen.

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