Geteilte Welten
Einwanderer in Hamburg
31. Oktober 2003 bis 18. April 2004
verlängert bis 20. Juni 2004
Geteilte Welten - Einwanderer in Hamburg
Durch das "Tor zur Welt" sind Millionen hinausgezogen - freiwillig oder gezwungen. Doch viele haben diese Stadt selbst als Neue Welt gewählt, aus dem Umland oder der Ferne kommend. Die meisten bleiben in Zahlen verborgen: Hamburg tut sich noch immer schwer mit seinen Fremden und seinem Gedächtnis.
"Geteilte Welten" erinnern daran, dass "Quiddjes", Neuankömmlinge, stets zur wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung und zum weltoffenen Image der Metropole beitrugen - bis heute.
Nach seltenen Bild- und Schriftdokumenten zu Hamburgs älterer Einwanderungsgeschichte beleuchtet die Ausstellung mit Blickwechseln zwischen Öffentlichem und Privatem die Zeit der "Gastarbeit" und das "Da-Sein" von Flüchtlingen der Gegenwart. Facettenreiche Filme und ungewöhnliche Gestaltung lassen die Ausstellung zu einem eindringlichen Erlebnis werden.
Ihr haben nahezu 100 Hamburgerinnen und Hamburger aus verschiedenen Nationen, Volksgruppen, Schichten und Weltanschauungen Gesicht und Stimme, Erinnerungen und Gegenstände, Bilder und Dokumente verliehen.
Arbeitswelten
Die Arbeitsmigranten der Anwerbeperiode 1955-73 sind schon in die Jahre, in Rente, Arbeitslosigkeit oder doch in ihr Herkunftsland gekommen. Also ergriff das Museum die bald letzte Chance, persönliche Migrationsgeschichten auch der "Ersten Generation" aufzuzeichnen und zu vermitteln.
Erwerbstätigkeit von Einwanderern trug das "Wirtschaftswunder" in der Industrie, weitgehend unsichtbarer als Gastronomie und Einzelhandel seit dem "Anwerbestop". Inzwischen gehören Angestellten-Tätigkeit, Akademikerinnen und Künstler, Unternehmertum, Arbeit im 'Abseits' und - noch - die "typischen GastarbeiterInnen-Arbeitsplätze" dazu.
Die Ausstellung erzählt von den Herausforderungen der "Anwerbung", von der Sicht der Firmen auf "ihre Gastarbeiter", von Männerarbeit und vorausgehenden Frauen, von mitgebrachten Fähigkeiten, die hier keine Anerkennung erfuhren, und von Leistungen der Menschen, die sich radikal umstellen mussten. Erfolgsgeschichten, nicht nur von Eltern zu Kindern, zeigen sich in verschiedenen Dimensionen und Formen.
Abschied vom Koffer?
Vom Provisorium des Wohnheims oder schlechter Wohnungen über das Hinausschieben einer Rückkehr ist es ein weiter Weg zum "Älter werden in der Fremde". Die Protagonisten der Ausstellung gewähren Einblicke in den vielgestaltigen Prozess des Heimischwerdens: von mitgebrachten Utensilien über Stadtentdeckung und Freizeit bis hin zum Einrichten, sich selbst und miteinander. Nach Möglichkeiten, nach fremdem oder eigenem Willen, nach Traditionen und neuen Verhaltensformen, mit Rücksicht auf Familien-Vorgaben. Die Bedeutung von Netzwerken für Selbstvergewisserung und eigene Wege ist zu ahnen.
Offener Begegnungsraum fördert Zusammenleben. Aber sehr viel mehr musste geschehen für gesellschaftliche Teilhabe und wurde angepackt von privaten Initiativen, Verbänden und öffentlicher Hand.
Die Ausgangssituation ist nicht zu vergessen: Stadttor und ein "Noteinlass" thematisieren bis heute währende Öffnungs- und Ausschlussmechanismen im Umgang mit Zugezogenen, Ungleichbehandlung und prekäre Lebenslagen. Bilder Hamburger FotografInnen zeugen von Widerstand gegen Diskriminierung.
Hamburgerinnen und Hamburger
Was bleibt von der Vorstellung geschlossener Kulturen und Identitäten? Dass niemand gehalten ist, sich entweder wiederspruchlos einem Kulturkreis zuzuschreiben oder sich "im Supermarkt der Identitäten" wohl zu fühlen. Wie bewegt man sich zwischen "Heimat" und "zu Hause"? Wofür steht Hamburg?
In einem künstlerischer Ausblick mit Fotoporträts und vor dem Hintergrund einer Taxifahrt wenden sich Neu-Hamburgerinnen und Hamburger den Besuchenden zu und lassen den "typischen Hamburger" in einem neuen Licht erscheinen.
Vom gesellschaftlichen Mit- und Nebeneinander handeln die Erzählungen - von Geteilten Welten im positiven wie im negativen Sinne, zu deren Erkundung die Ausstellung einlädt.
"Crossing Borders"
Die gemeinsame Wanderausstellung im europäischen Projekt "Migration, Work and Identity. A History of European People, told in Museums" wird vom 11. Dez. 2003 bis 29. Febr. 2004 parallel zu "Geteilte Welten" gezeigt. Der Kooperation und jedem Partner half Förderung vom EU-Programm culture 2000.
Begleitprogramm in Hamburger Kooperation mit:
Abaton, Arbeitsgemeinschaft Hamburgischer Wohnungsunternehmen, Arbeitsgemeinschaft Kirchliche Flüchtlingsarbeit Hamburg, DGB-Gewerkschaften, Hamburger Geschichtswerkstätten, Katholische Akademie, Körber-Stiftung, eigenarten interkulturelles festival, Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, Neue Gesellschaft, Open School 21, Patriotische Gesellschaft von 1765, Pädagogisch-Theologisches Institut Nordelbien, Universität Hamburg, Werkstatt 3 - und weitere Einrichtungen sowie einzelne Künstler.
Ein Dank für Förderung an:
Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg, Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE), Hamburger Feuerkasse, Flughafen Hamburg GmbH, Volksfürsorge Versicherungen, Wiemer & Trachte AG, ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, ThyssenKrupp Schulte, Freunde des Museums der Arbeit e. V.; weitere Firmen und Einrichtungen sowie die vielen privaten Leihgeber.
- Blicke in die Ausstellung
- Tipps und Material für Lehrerinnen, Lehrer und andere Interessierte
- Literaturauswahl zum Thema "Migration"
- Divided Worlds - Immigrants in Hamburg
- Des Mondes partagés - Immigrants à Hambourg
- Mondi con/divisi - Immigrati ad Amburgo
- Mundos Divididos o Compartidos - Inmigrantes en Hamburgo
- Mundos divididos - Imigrantes em Hamburgo
- (Po)dzielone swiaty - migranci w Hamburgu
- PODELJENI SVETOVI - DOSELJENICI U HAMBURGU
- Разделенные миры – иммигранты в Гамбурге
- Χωριστός κόσμος – Οι μετανάστες στό Αμβούργο
- DEĞİŞİK DÜNYALAR – HAMBURG`DA Kİ GÖÇMENLER
- عالم مشترك ـ المهاجرون في هامبورغ
- دنياهای مختلف مهاجرين در هامبورگ

