Unterwegs
90 Jahre Hamburger U-Bahn
15. Februar - 1. September 2002
verlängert bis 13. Oktober 2002
Ausstellung mit freundlicher Unterstützung der HOCHBAHN
Die Hamburger Untergrundbahn
Die Ausstellung zeigt eine Seite der Hamburger Hochbahn A.G. - die Geschichte der U-Bahn in Hamburg.
Seit 90 Jahren prägt sie das Gesicht der Stadt. Eine Untergrundbahn, die in Hamburg nicht nur im Tunnel fuhr und fährt, sondern zum größeren Teil der Strecken über der Erde, über Brücken, Viadukte, Dämme.
Ein elektrisch betriebenes Verkehrsmittel, das am Beginn des Jahrhunderts wie kein anderes für die Modernität der Großstadt stand.
Das gleich am Beginn mit einer spektakulären Architektur auftrat und die Wahrnehmung der Stadt veränderte. Die Nutzer der U-Bahn mussten sich erst an das Tempo des Verkehrsmittels gewöhnen, erst lernen, mit Enge und Fremdheit auf den Bahnsteigen und den Zügen umzugehen.
Die andere Seite des U-Bahn-Betriebes sind die Menschen, die ihn seit 90 Jahren tagtäglich aufrechterhalten: die U-Bahn-Fahrer, Weichensteller, Elektromeister, Werkstättenarbeiter in den Wagenhallen und auf der Strecke - in Porträts und Objekten ihrer Arbeit werden sie vorgestellt.

Die Hochbahn inszeniert sich in der Stadt
Am 15. Februar 1912 eröffnete der Hamburger Bürgermeister mit anderen Honoratioren der Stadt durch eine Fahrt von der prächtigen Station Rathaus nach Barmbek zu den Werkstätten und Wagenhallen das Zeitalter der Hochbahn in Hamburg.
Die Bevölkerung konnte in den folgenden zwei Wochen kostenlos das neue Verkehrsmittel erproben, das Hamburg als zehnte Stadt der Welt genoss: "von Eisen und Elektrizität getragen ..."
U-Bahn-Welten
Der Bahnsteig ist der Ort, an den man sich begibt, um woanders zu sein. Den man schnell wieder verlassen will, um an sein Ziel zu gelangen. Wo wir für einen Augenblick Menschen begegnen, die fremd bleiben. In der U-Bahn sitzen wir Fremden so nah gegenüber, wie wir es sonst kaum zulassen. Eine Situation des Wartens und Fahrens, die eigene Verhaltensweisen hervorbringt: der Zeitungskauf am Kiosk, das demonstrative Weggucken, der Blick über die spiegelnde Fensterscheibe auf den anderen ...
Nach dem letzten Zug
Die Hochbahn ist ein Betrieb rund um die Uhr, der eine sehr verderbliche Ware liefert: pünktliche Personenbeförderung. Um Strecken und Anlagen zu erhalten, muss ein Teil der Hochbahner nachts arbeiten - Bahnhöfe reinigen, Plakate aufhängen, Schienen ausbessern ... in der Betriebspause.
Werkstätten für alles
In den Wagenhallen und Werkstätten in Barmbek und Farmsen werden die U-Bahn-Wagen gereinigt, gewartet, repariert und umgebaut. Der elektrische Bahnbetrieb mit langlebigen Fahrzeugen erfordert eine Vielzahl von Werkzeugen, Vorrichtungen, Maschinen und Kenntnissen ... wie für eine kleine Stadt.
Bauen für die Hochbahn
Seit 1906 hatten Hunderte von Arbeitern die Tunnel ausgehoben, Brücken und Viadukte errichtet und die prächtigen Bahnstationen der Ringstrecke gebaut. Rammschläge hatten die Stadt erschüttert, Baugruben den Verkehr behindert und der Dreck die Straßen verschmutzt - bis die zweite Verkehrsebene über und unter der Stadt zur Verfügung stand.
In der Ausstellung
Fotos: Sünke Michel
Ausstellung und Katalog:
Dr. J. Bönig | T. Greiner | N. Holsten | R. Otto | S. Bardua
Gestaltung:
graphische werkstätten feldstraße
