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Regina Hellwig-Schmid:
"stroh zu gold"

4. Juni bis 2. November 2003

im KUNSTRAUM des Museums der Arbeit

Kunstobjekte als "ästhetische Stolpersteine" in einem sozialgeschichtlichen Museum - ein Experiment im KUNSTRAUM des Museum der Arbeit seit 1998: Ausstellungen mit zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern gastieren hier wie die "Puppe in der Puppe", gleichsam eine "zweite Stimme" in der Dauerausstellung "Frauen und Männer - Arbeitswelten, Bilderwelten" zum Leitthema "Arbeit, Geschlechterfragen, Zeit".

Die Acht in dieser Reihe ist Regina Hellwig-Schmids "stroh zu gold".

Abschied und Ankommen, Fremdheit und Wurzelschlagen, Spurensuche und Erinnern, Zeit - Lebenszeit, Arbeitszeit, "verletzte Zeit"-, sind ihr Stoff. Ihr Arbeitsmittel: Poesie, Verdichtung, Ironie. Die in Regensburg lebende Künstlerin wurde international bekannt als Initiatorin der Internationalen Kunst- und Friedensaktion "Pax Danubiana" (2000) und der "Internationalen DonauKonferenz für Kunst und Kultur - Ars Danubiana"(2001), ein Ost-West Dialog der verschiedenen Kulturen der zehn Donauländer.

Regina Hellwig-Schmids Rauminstallationen sind Denk-Räume. Sie erzählt Geschichten, die unsere Neugier am Denken des noch Ungedachten weckt. Parallelwelten tun sich auf: die einsehbare Welt mit ihren handfesten Gegenständen - vermeintlich vertraut - und andere Wirklichkeiten, die Elemente des Zufalls, des Verdrängten, des Wunderbaren in das Alltagsleben integrieren. Ein Spiel der Künstlerin mit Hintersinn und Mehrdeutigkeit, das dem Surrealismus verwandt ist: Es reizt zum Entschlüsseln und Weiterdenken. Und hier ist es eine Einladung zum Dialog mit den Objektarrangements in der permanenten Ausstellung.

"KofferNotizen" heißt die zentrale Installation, die im Rahmen der Ausstellung zu sehen ist. 1993 begann es als "work in progress".

Ausgangspunkt für diese Spurensicherung waren Erzählungen über Flucht, Vertreibung, Heimatverlust, die Regina Hellwig-Schmid schon als Kind in ihrer Familie gehört hatte. Als die Erzähler aus dem Familienkreis wegzusterben begannen, fing sie an: Kontakte knüpfen, zuhören, Notizen machen, Lebensgeschichten protokollieren, Kofferinhalte auflisten. Unzählige Gespräche mit Flüchtlingen, Asylanten, Vertriebenen, MigrantInnen, Aussiedlern kamen zusammen. Nach drei Jahren Sammel- und Erinnerungsarbeit begann sie 1996 Koffer zu malen: Kohlezeichnungen und großformatige Gemälde auf Leinwand oder auf altem, vergilbtem Papier.

Neben den Bildern hat sie eine Sammlung authentischer Koffer, teils mit Inhalt, die ihr von ihren GesprächspartnerInnen übergeben wurden. Seitdem dokumentiert sie durchschnittlich zweimal im Monat eine KofferGeschichte. Das Projekt ist zu einem festen Bestandteil ihrer künstlerischen Arbeit geworden.

Koffer als Symbol für Sich-auf-den-Weg-machen, Flucht, Migration. Sein Inhalt ist Spiegel für Abschied und Erinnerung einerseits, für Zukunftshoffnung andererseits.

Installation zu Abschied und Ankommen - die Grundidee wird variiert, transformiert je nach den politischen oder sozialen Gegebenheiten, zum Beispiel: in den Jahren 2001/02 entsteht die Serie der Blauen Bilder mit dem Titel "Unsichtbares Gepäck", angeregt durch die afghanischen Frauen, die auf der Flucht unter der blauen Burka ihr Gepäck tragen.

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