Archiv Sonderausstellungen

Vergangene Ausstellungen seit 1997 (Auswahl)

Flugzeugreifen um 1925, Foto Carl Timm, Phoenix-Archiv


Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg
5. November 2015 bis 3. April 2016

Über 20 Millionen Männer, Frauen und Kinder aus fast allen Ländern Europas wurden als “Fremdarbeiter”, Kriegsgefangene oder KZ-Häftlinge in das nationalsozialistische Deutschland verschleppt oder mussten in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten Zwangsarbeit leisten. Spätestens seit 1942 gehörten Zwangsarbeiter zum Alltag im nationalsozialistischen Deutschland. Die Ausstellung “Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg” erzählt erstmals die gesamte Geschichte dieses Verbrechens und seiner Folgen nach 1945. Eine internationale Wanderausstellung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, initiiert und gefördert von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ).


Fofftein
19. Juni bis 27. September 2015

Wie sah das Leben in Hamburg vor 80 Jahren aus, wie vor 50 Jahren und wie wird es vielleicht zukünftig sein? Welche Motive haben sich in der Erinnerung eingeprägt, welche Bilder sind zu Hamburg-Ikonen geworden? Und welche Ansichten präsentiert der heutige Blick auf den Alltag in der Stadt? Mit den Bildern von Gerd Mingram (Germin) und Thomas Henning geht die Ausstellung im Museum der Arbeit auf Spurensuche nach den prägenden Erinnerungsbildern für das letzte Jahrhundert.

Halbwüchsige Jungs vor dicken Pötten, Matrosen, die lässig durch St. Pauli wandern, buntes Kindertreiben in den Hinterhöfen im Schanzenviertel – viele typische, aber auch überraschende Beobachtungen präsentiert der Blick auf ihre Hamburg-Fotografien. Adam Panczuk hat sich aufgemacht und seine persönliche Vision vom Leben in Hamburg entworfen und stellt sie als zukünftige Erinnerungsbilder zur Diskussion.


Holz bewegt. Norddeutscher Nachwuchswettbewerb
2. April bis 7. Juni 2015

Vom 2. April bis zum 7. Juni werden die Ergebnisse des 4. Norddeutschen Nachwuchswettbewerbes “Holz bewegt” im Museum der Arbeit gezeigt. Besucher können wieder innovative Holz-Erzeugnisse aus dem norddeutschen Raum entdecken und erproben. Ob Fachschüler, Tischlermeister, Geselle oder Innenarchitekt – die Palette der ca. 50 Ausstellungsstücke reicht vom technischen Spielzeug (“Nuno der Einsiedlerkrebs”) über innovativ gestaltete Möbel (Wandsekretäre und Hocker), Spiele und Miniatur-Möbel bis zu ungewöhnlichen Produkten wie dem “verrückten” Nachtschränkchen oder einem Handpuppentheater in Handygröße.


Das Fahrrad. Kultur, Technik, Mobilität
9. Mai 2014 bis 1. März 2015

Die Schau zeigt auf 650qm Ausstellungsfläche und anhand von über 100 Fahrrad-Ikonen der letzten 200 Jahre die technische Entwicklung, das Design, die vielfältigen Fahrradszenen sowie Mobilitätsaspekte der Gegenwart und Zukunft – vom Laufrad „hobby horse“ bis zum „Ich ersetze ein Auto“-Lastenrad und vom Hochrad der Dandys bis zum Hamburger „StadtRAD“.


Wanderarbeiter. Fotografien einer neuen Arbeiterklasse
15. November 2013 bis 2. März 2014

Keiner kennt ihre genaue Zahl – alleine in China geht man von bis zu 200 Millionen Menschen aus, die auf der Suche nach Arbeit vom Land in die Metropolen Shanghai, Hongkong oder Shenzhen ziehen. Aber auch in anderen Ländern verlassen Menschen ihre Heimat für Monate oder Jahre, um in der Fremde Geld zu verdienen oder auch der heimischen Enge und Perspektivlosigkeit zu entfliehen.
Mit der Ausstellung „Wanderarbeiter“ wendet sich das Museum der Arbeit diesem globalen Phänomen der „neuen Arbeiterklasse“ zu. In neun fotografischen Positionen – Mauricio Bustamante, Henning Christoph, Andrea Diefenbach, Brigitte Kraemer, Ingar Krauss, Wolfgang Müller, Oliver Tjaden, Ralf Tooten und H. R. Uthoff – werden unterschiedliche Formen der Wanderarbeit vorgestellt.


Der Künstler. Die Schrift.
14. Oktober 2013 bis 30. März 2014

Vor 200 Jahren starb Giambattista Bodoni (1740-1813), der als Schriftgestalter, Stempelschneider und Meisterdrucker in Parma wirkte. Noch heute ist sein Einfluss zu spüren, wird doch eine seiner Schriften, die Bodoni, als klassizistische Antiquaschrift noch heute von Buchgestaltern wegen ihres majestätischen Ausdrucks als Auszeichnungsschrift verwendet.
Anhand der Geräte und Maschinen im Museum der Arbeit kann nachvollzogen werden, welche Schwierigkeiten diese Schrift den Stempelschneidern, Schriftgießern, Setzern und Druckern bereitete und welche technischen Weiterentwicklungen eine größere Verbreitung dieser Schrift ab 1910 bis hin zum Foto- und digitalen Satz ermöglichten.


Heinz Galka - Litographien
27. August bis 6. Oktober 2013

Heinz Galka, geboren 1930 in Gilgenburg im ehemaligen Ostpreußen, lernte in Zeitz bei Leipzig Maurer und Betonbauer. Nach Flucht in den Westen bildete er sich beruflich zum Kunststeinsetzer und Mosaikleger fort und studierte parallel an der Werkkunstschule in Hannover. Nach einem Intermezzo in München fand er Arbeit bei Hamburger Baufirmen und war als Terrazzoleger, Stuckateur und Mosaikleger beteiligt an der Restaurierung historischer Bauten.
Daneben aber galt sein Interesse immer der Entwicklung der eigenen Grafik und Malerei. Zur Lithografie fand er 1999 anlässlich der sechsten Hamburger Lithografietage im Museum der Arbeit unter Leitung des Schweizer Steindruckers Ernst Hanke. Seitdem ließ ihn das Originaldruckverfahren mit seiner Vielzahl an experimentellen Ausdrucksmöglichkeiten nicht mehr los.


Krankenpflege – Einblicke in ein Berufsfeld
1. Mai bis 15. September 2013

Ab dem 1. Mai 2013 zeigt das Museum der Arbeit die Ausstellung „Who cares? Geschichte und Alltag der Krankenpflege”. Die Ausstellung greift ein aktuelles Thema auf: Die Zukunft der Pflegeberufe in Deutschland ist eines der meist diskutierten gesundheitspolitischen Themen dieser Tage, vor allem auch mit Blick auf die demographische Entwicklung. Der Bedarf nach Pflege und nach Pflegekräften in Krankenhäusern, aber auch in der Altenpflege steigt. „Who cares?“ zeigt die Geschichte der Krankenpflege seit dem 19. Jahrhundert und gibt einen näheren Einblick in die Herausbildung und die alltägliche Arbeit desjenigen Berufsstandes, der heute mit seinen über vier Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine tragende Säule des Gesundheitswesens darstellt.


Holz bewegt
Norddeutscher Nachwuchswettbewerb
Raum – Möbel – Interieur
5. April bis 2. Juni 2013

Ab dem 5. April präsentiert das Museum der Arbeit die Ergebnisse des Nachwuchswettbewerbs „Holz bewegt“. Die Palette der Ausstellungsstücke reicht von handgroßen Geheimschatullen und „Tischspielzeugen“ über verschiedene Formen und Konstruktionen von Tischen/Sitzteilen bis zu exponierten Produkten wie z. B. ein Lastenfahrrad, einer Draußen-Gartenküche oder eine „Restholz–Anrichte“.


*Eine Wohnung für uns.
Genossenschaftlicher Wohnungsbau in Hamburg*
14. November 2012 bis 1. April 2013

Ende des 19. Jahrhunderts schlossen sich in Hamburg Arbeiter und Handwerker zu Baugenossenschaften zusammen, um in Selbsthilfe günstige und qualitativ hochwertige Wohnungen zu errichten. Die Wohnungsbaugenossenschaften spielten für die Wohnstadt Hamburg eine wichtige Rolle und haben das Aussehen und den Charakter der Wohnquartiere geprägt. Die Ausstellung verfolgt die Geschichte der Baugenossenschaften von der ersten Siedlung 1862 bis zu heutigen Wohnprojekten wie Bärenhof oder Halbe-Halbe und spürt den Einflüssen auf die Wohnkultur in Hamburg nach.


150 Jahre deutsche Sozialdemokratie
4. bis 21. Oktober 2012

Vom Barrikadenkampf während der Revolution 1848 über die Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins durch Ferdinand Lassalle im Jahr 1863 bis zu Willy Brandts Ostpolitik und dem Atomausstieg der heutigen SPD bietet die Ausstellung Ein- und Überblicke zu Vordenkern, Strömungen, Überzeugungen, zentralen Personen und Zäsuren im “Leben” der weltweit ältesten demokratischen Partei.


*Die Stadt und das Auto.
Wie der Verkehr Hamburg veränderte*
1. Juni bis 23. September 2012
Ausstellung im Rahmen des Hamburger Architektur Sommers 2012

Ab dem 1. Juni 2012 wirft das Museum der Arbeit in seiner neuen Ausstellung “Die Stadt und das Auto” einen Blick auf 60 Jahre Hamburger Stadtgeschichte als Mobilitätsgeschichte.
Im Rahmen des 7. Hamburger Architektursommers widmet sich die Schau der Durchsetzung des Automobils als dominierendes Fortbewegungsmittel in der Stadt. Die Verkehrsbauten der Nachkriegszeit lassen sich nicht verstehen ohne die Massenmotorisierung. Nach 1945 setzt sich in Deutschland das Auto als individuelles Massenverkehrsmittel durch. Hamburg verfolgt das Ziel der “autogerechten Stadt” besonders intensiv und früh: in Kontinuität der Stadt- und Verkehrsplanung der NS-Zeit legt Hamburg u. a. die Ost-West-Straße durch die Innenstadt an, Siedlungen werden verkehrsfördernd geplant, in den 1960er Jahren entsteht die City-Nord, die Straßenbahn verschwindet ab 1978 aus dem Verkehrsraum und das U- und S-Bahn-Netz wird im Anschluss sukzessive ausgebaut. Der Trennung von Wohnen, Arbeiten und Konsumieren folgt die Trennung der Verkehrswege: technische Anlagen wie Ampeln, Radwege, Brücken und Tunnel halten Fußgänger, Radfahrer und öffentliche Verkehrsmittel aus dem Straßen-Raum für das Auto fern.


Tunnel. Hamburg und seine Unterwelt
9. September 2011 bis 25. März 2012

Anlässlich der Fertigstellung des Alten Elbtunnels 1911 erzählt das Museum der Arbeit in seiner noch bis Ende März laufenden Ausstellung auf 600 qm die Geschichte des Tunnelbaus in Hamburg.
Ob U4 Richtung HafenCity oder die S-Bahn-Verbindung zum Flughafen, ob Schellfischtunnel in Altona, Kanalisationsanlagen unter der Stadt oder Alter und Neuer Elbtunnel – Hamburger Tunnelbau unter Alster und Elbe ist mit geografischen Herausforderungen und technisch komplexen Bauweisen verbunden. Die dabei eingesetzten neuen Arbeitsweisen und innovativen Bauverfahren sind in der Ausstellung ebenso zu sehen wie die Entwicklung der Stadt in den letzten 100 Jahren.


*Mensch, Arbeit, Umwelt
Wie das Diamant-Werkzeugunternehmen Ernst Winter & Sohn zum Pionier wurde*
19. Juli bis 13. November 2011

Nichts geht ohne Diamantwerkzeuge: Viele Handwerks- oder Industrieunternehmen nutzen Maschinen und Gegenstände, die mit Werkzeugen von Ernst Winter & Sohn bearbeitet worden sind. Ob Automotoren, Brillengläser, Raumsonden, Computer, Grabsteine, Kraftwerk- und Flugzeugturbinen – sie alle konnten nicht entstehen ohne die Hochleistungswerkzeuge des Traditionsunternehmens aus Hamburg-Eimsbüttel. Diamanten schneiden und formen verschiedenste sehr harte Materialien. Die 1847 gegründete Firma ist seit 1996 Mitgliedder St. Gobain Gruppe.


Werbewelten made in Hamburg. 100 Jahre Reemtsma
10. September 2010 bis 3. Juli 2011

Hamburg und Altona haben eine lange Tradition des Handels und der Verarbeitung von Tabak. Auch Bernhard Reemtsma, der 1910 die kleine Zigarettenfabrik Dixi in Erfurt übernommen hatte, verlagerte seinen Betrieb 1923 nach Altona-Bahrenfeld. Unter der Leitung seiner Söhne Hermann, Philipp und Alwin entwickelte sich die Reemtsma AG in einer beispiellosen Expansion zum größten Hersteller von Zigaretten in Deutschland. In Zusammenarbeit mit dem Markentechniker Hans Domizlaff wurde das Unternehmen zum Pionier der Markenzigarette und machte immer wieder mit innovativen Werbekampagnen auf sich aufmerksam. Die Geschichte dieser Markenentwicklungen ist ein exemplarisches Stück Werbegeschichte in Deutschland. Das Museum der Arbeit übernahm im Jahr 2004 das Werbemittel- und Fotoarchiv der Reemtsma Cigarettenfabriken und präsentiert im Jubiläumsjahr 2010 mit einer großen Ausstellung die Entwicklung des Unternehmens und seiner Marken mit Objekten aus der reichhaltigen tabakhistorischen Sammlung.


Holz bewegt. Tischler gestalten Möbel & mehr
15. April bis 26. Juni 2011
Norddeutscher Nachwuchswettbewerb

Junge Tischlerinnen und Tischler aus Norddeutschland präsentieren ab dem 15. April innovativ gestaltete Möbel und Gebrauchsgegenstände im Museum der Arbeit. Die Ausstellung präsentiert bis Ende Juni 2011 ca. 30 Arbeiten und Objekte, die im Rahmen des 2. Norddeutschen Nachwuchswettbewerbs von einer Jury aus Design- und Möbelfachleuten ausgewählt wurden. Aufgabe war es, ästhetische und praktische Ansprüche an ein Möbel aufeinander abzustimmen, dabei die Holzarten mit ihren spezifischen Eigenschaften - auch der ihnen innewohnenden Poesie - angemessen einzusetzen und Konstruktion und Herstellung so zu planen, dass die Ressourcen geschont werden.


Zwiebelfische. Jimmy Ernst und der chinesische Zirkel
11. Januar bis 6. März 2011

Die Druckerei J.J. Augustin aus Glückstadt stellt vor allem wegen ihres “chinesischen Zirkels”, einer kreisförmigen Setzerei für chinesische Lettern, eine weltweite Besonderheit dar. Die Bleisetzerei ist heute nicht mehr in Betrieb. Das Museum der Arbeit zeigt, erstmals außerhalb Glückstadts, den „chinesischen Zirkel“, gemeinsam mit Fotos von Candida Höfer, August Sander und WOLS sowie einem Film über das Schicksal des Lehrlings Jimmy Ernst. Dem Sohn von Max Ernst gelang 1938 mit Hilfe der Augustins die Flucht in die USA. Zwiebelfische sind in der Druckersprache Bleilettern, die in ein falsches Fach des Setzkastens geraten sind.


Hamburg und seine Brücken. Baukunst, Technik, Geschichte bis 1945
17. Juli 2009 bis 18. Juli 2010

Mit 2.500 Bauwerken hat Hamburg mehr Brücken als jede andere europäische Großstadt im 20. Jahrhundert. Was überwinden diese Brücken? Wann entstanden sie? Wie wurden sie konstruiert und gebaut? Auf welche Weise prägen sie das Bild der Stadt an Elbe, Alster und Bille?
Die Ausstellung im Museum der Arbeit stellt die wichtigsten und schönsten Brücken und ihre Bauweisen vor – zu den bekanntesten des „Venedig des Nordens“ gehören die Elbbrücken, die Lombardsbrücke oder die Köhlbrandbrücke. Die jetzige Ausstellung konzentriert sich auf den Zeitraum von 1842 bis 1945: Nach dem “Großen Brand” ersetzten Steinbauten die vielen Holzbrücken, bis 1945 kamen mehr als 1.000 weitere Straßen-, Hafen- und Eisenbahnbrücken dazu, vor allem beim Ausbau des Hafens und zur Anbindung neuer Wohnviertel. Exemplarisch werden die für Hamburg charakteristischen Brückentypen vorgestellt und ihre Besonderheiten – „Solidität, Zweckmäßigkeit, Schönheit“ – an Modellen und Experimenten erläutert.


*Rückblende 2008
Die besten Fotografien und Karikaturen des politischen Jahres 2008*
21. Mai bis 28. Juni 2009

Politik und Medien - das erscheint meist wie eine symbiotische Beziehung. Politiker inszenieren sich vor den Kameras und die Redaktionen brauchen Bilder zu ihren Themen. Doch engagierter Bildjournalismus will mehr, versucht hinter die Inszenierungen zu blicken und findet im besten Fall Bilder, die jene durchschaubar machen. Noch direkter können Karikaturisten das politische Geschehen lustvoll aufs Korn nehmen und kommentieren.
Jedes Jahr prämiert die Jury der Rückblende die gelungensten Pressefotos und Karikaturen. Das Museum der Arbeit präsentiert zusammen mit DER SPIEGEL die besten 150 Bilder des Wettbewerbs.


Tempo! Auf 3 Rädern durch die Stadt
10. Oktober 2008 bis 1. Juni 2009

Die Ausstellung begibt sich auf die Spuren einer vergangenen Erfolgsstory. Original-Tempo-Fahrzeuge, Fotografien aus dem Tempo-Archiv und persönliche Erinnerungen zeichnen die Geschichte eines Fahrzeuges nach, das eine besondere Rolle in der deutschen Verkehrs- und Kulturgeschichte einnimmt.
Die Tempo-Fahrzeuge haben ihre Spuren in der Gemütsgeschichte der Bundesrepublik hinterlassen. Viele erinnern sich noch an die kleinen, am Vorderrad angetriebenen Lieferwagen der Firma Vidal & Sohn, die mit ihren knatternden Zweitaktmotoren zum Straßenbild und -ton gehörten. Verschiedenste Betriebe fuhren im Nachkriegs-Deutschland mit den bis 1956 gefertigten Dreirädern “Hanseat” und “Boy” aus den Trümmern ins Wirtschaftswunder. Vierrädrige Tempo-Modelle, wie der “Matador” oder “Wiking”, erweiterten seit Anfang der 1950er Jahre die Produktpalette.


*“privat”
klubfoto im Museum der Arbeit*
6. September bis 12. Oktober 2008
Ein Thema – 74 Fotografen – 74 Bilder

Bis zum 12. Oktober zeigt das Museum der Arbeit 74 von “klubfoto” ausgewählte, internationale und nationale Fotografen aller Genres, die alle neu entstandene Arbeiten zum diesjährigen “klubfoto”-Thema “privat” präsentieren. Außer dem Thema als “roter Faden” und der Beschränkung auf eine Arbeit gibt es keine inhaltlichen oder kuratorischen Eingriffe. Einmal im Jahr wählt das Hamburger Fotoforum “klubfoto” ein Thema und mittlerweile 70 bis 80 Fotografen aus. Die Themen der letzten Ausstellungen lauteten “berühmt”, “Respekt”, “nachts”, “Klischee”, “Weihnachten” und “neulich”.


Trainspotting. Amerikas letzte Dampfzüge fotografiert von O. Winston Link
24. April bis 29. Juni 2008

Ogle Winston Link (1914-2001) war ein viel beschäftigter Werbefotograf in New York, als er 1955 mit seiner langjährigen Dokumentation der Norfolk and Western Railway begann. Die N&W war berühmt für ihre hoch entwickelten Dampflokomotiven - “the finest steam engines ever built” - mit denen sie als letzte Eisenbahngesellschaft der Vereinigten Staaten ihren Zugverkehr noch im reinen Dampfbetrieb unterhielt. Doch auch hier ging die Dampfära zu Ende, genau in dem Zeitraum, als Link seine Aufnahmen anfertigte.
Mit einem ungeheuren technischen Aufwand, der oft tagelange Vorbereitungen für eine Fotografie bedeutete, fertigte er Nachtaufnahmen der Züge an, die er mit gigantischen Lichtanlagen ausleuchtete. Durch diese theatralische Lichtführung, die ihm weitgehende Kontrolle über die Bildwirkung verschaffte, inszenierte O. Winston Link die imposante Technik und Urgewalt der Lokomotiven. Gleichzeitig zeigte er in seinen bühnenbildähnlichen Kompositionen die vielfältigen Beziehungen zwischen der Bahn, der Landschaft und dem Leben der Menschen an der Strecke.
Winston Link hat sich nicht nur von der Technik faszinieren lassen, sondern daneben die Arbeit der Heizer, Lokführer, Rangiere, Telegraphen, Stationsvorsteher usw. dokumentiert und vielfältige Einblicke in die Arbeitsbedingungen und Abläufe einer Eisenbahngesellschaft festgehalten.


Filmkostüme! Das Unternehmen Theaterkunst
27. September 2007 bis 24. März 2008

Ob Sissi, Schimanski oder Luther, unsere Erinnerung an Filmcharaktere ist eng verknüpft mit ihren Kostümen. Verantwortlich dafür, dass Charakter und Ausstattung eine passgenaue Einheit bilden, ist das Kostümbild.
Das Beispiel des Kostümhauses Theaterkunst gibt Einblick in die Arbeitsfelder der Kostümherstellung - vom Entwurf der Kostümbilder bis hin zur handwerklich beeindruckenden Umsetzung. Die Ausstellung präsentiert Exponate aus 100 Jahren Kostümausstattung.
Darüber hinaus ermöglicht die Ausstellung den Blick hinter die Kulissen. Sie zeigt, welche Berufe, Fertigkeiten und Qualifikationen früher und heute für die Kostümausstattung notwendig waren. Die Ausstellung informiert auch über die logistische Meisterleistung, einen Fundus mit über 10 Millionen Stücken so zu ordnen, dass die für den jeweiligen Film geeigneten Kostüme zur Verfügung stehen. Das Firmenarchiv der Theaterkunst GmbH und weitere Sammlungen dokumentieren die Entwicklung des Unternehmens als Teil der politischen und sozialen Geschichte Deutschlands. Die Ausstellung ist eine Kooperation von Deutscher Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen, Firma Theaterkunst und Museum der Arbeit Hamburg. Die Figuren zur Präsentation der Kostüme stellt die Firma Moch Schaufensterfiguren zur Verfügung.


*Enamel Experience
International Badge Exhibition 2007*
16. November 2007 bis 13. Januar 2008

Ab Mitte November startet im Museum der Arbeit die „Enamel Experience“ – die erste internationale Ausstellung für Emailkunst. Inspiriert von den Abzeichen und Marken der Anstecknadelfabrik Carl Wild im Museum der Arbeit hat die Emailkünstlerin Professorin Elizabeth Turrell aus Bristol 24 Künstler aus Großbritannien, USA und Deutschland veranlasst, Badges – Anstecknadeln – in der Technik des Glasflusses herzustellen.


*Der Hamburger Weg
85 Jahre sozialer Wohnungsbau und Quartiersentwicklung mit SAGA GWG*
31. August bis 8. September 2007

Seit 1999 bildet die SAGA einen Unternehmensverbund mit der GWG. Die Ausstellung im Foyer des Museums der Arbeit nimmt das 85-jähige Jubiläum der SAGA zum Anlass für einen Rück- und Ausblick. In insgesamt vier Themeninseln wird die Entwicklung der SAGA zum bedeutendsten Hamburger Wohnungsunternehmen nachgezeichnet.


Gib Gummi! Kautschukindustrie und Hamburg
18. November 2006 bis 17. Juni 2007

Seit 150 Jahren wird in der Region Hamburg Kautschuk verarbeitet zu Weichgummi und zu Hartgummi - in Fabriken, die nach Großwerften mit und von größten Belegschaften lebten. Der im 19. Jahrhundert revolutionäre Werkstoff Gummi hat Naturmaterialien ersetzt, aber auch zu ganz neuen Verwendungen geführt - zum wechselseitigen Nutzen von Wirtschaftszweigen und mit ständig weiteren Innovationsleistungen. Werkstoff- und Produkt-Faszination ist also eines der Motive zu dieser großen Sonderausstellung. Ein anderes: Das Museum der Arbeit wächst auf dem Gelände einer einst sehr großen Fabrik, der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie (NYH) in Barmbek. Seit der Eröffnung seiner Dauerausstellungen hat das Museum in zehn Jahren die NYH weiter erforschen, häufig besuchen und Gegenwart dokumentieren können. Die große Schwester, die Phoenix AG, auf Weichgummi-Artikel spezialisiert und deshalb keine Konkurrenz für die NYH, hat sich im letzten Jahr ebenfalls unserem Interesse geöffnet. So entstand eine vielfältige Schau - sinnlich erlebbar und mit Einblicken in Fabrikwesen und Menschenleben sowie in “vergessene” Industriestandorte, zu denen auch der Große Grasbrook mit der kommenden HafenCity zählte.


*Svato Zapletal
Buchkunst aus 30 Jahren*
11. Mai bis 17. Juni 2007

Das Museum der Arbeit widmet sich in seiner am 11. Mai startenden neuen Sonderausstellung dem tschechischen Buchkünstler Svato Zapletal. Der in Tschechien und Hamburg lebende Grafiker produziert seit 30 Jahren in einer eigenen Edition Bücher in kleinen Auflagen, meist mit Original-Grafik im Buchdruck und mit Linolschnitt illustriert. Über vierzig bibliophile Werke der Buchkunst sind entstanden, Pressendrucke oder Künstlerbücher, sorgfältig gestaltet und in Handarbeit präzise in kleinen Auflagen hergestellt, deren Gestaltung dem jeweiligen literarischen Kontext angepasst ist.


*Architektonische Nachhut
Hinterlassenschaften des Nationalsozialismus fotografiert von Ralf Meyer*
16. Februar bis 9. April 2007

Die “Architektonische Nachhut” ist eine fotografische Annäherung an die architektonischen Hinterlassenschaften des “Dritten Reiches” in Deutschland. Die Ausstellung im Museum der Arbeit dokumentiert den aktuellen Gebrauch von Gebäuden und Anlagen, die während der NS-Zeit errichtet wurden. Ralf Meyers Fotografien sind Beobachtungen, die die Nutzung und den Umgang mit dieser Architektur zeigen, die sich ihrer Vergangenheit entledigt zu haben scheint.
Zwischen 2001 und 2006 entstand an 32 Orten in Deutschland eine Sammlung von 130 Fotografien. Schon während ihrer Entstehung wurde die “Architektonische Nachhut” 2002 u. a. mit dem “Otto-Steinert-Preis” und dem “Reinhard-Wolf-Preis” ausgezeichnet.


*The Real Toy Story
Eine Installation mit 20.000 Spielzeugen und Fotografien von Michael Wolf*
22. September bis 26. November 2006

Kühlschränke, Kameras oder Computer - eine immer größere Anzahl von Produkten auf unserem Markt wird inzwischen in chinesischen Fabriken gefertigt. Während sich in den westlichen Industrieländern die Arbeitsplätze vor allem in der Massenproduktion stetig verringert haben, übernimmt die chinesische Wirtschaft in immer mehr Branchen die Marktführerschaft: China ist die Fabrik der übrigen Welt.
Beträgt der Durchschnittslohn eines Industriearbeiters in Deutschland 16 Euro, sind es in China gerade mal 70 Cent. Dafür erinnern die Bedingungen, unter denen die Produktion dort stattfindet, an die schlimmsten Auswüchse des Manchesterkapitalismus: Arbeitszeiten von 14 Stunden, rudimentäre Arbeitssicherheit, was eine enorme Anzahl von Arbeitsunfällen mit hunderttausenden Verletzten und Toten zur Folge hat, nur selten bezahlten Urlaub und elende Verhältnisse in den Arbeiterquartieren der Industriestädte.


Work Places / Arbeitsplätze
8. Juni bis 24. September 2006

Seit 1995 wird der europäische Architekturfotografie-Preis alle zwei Jahre ausgelobt. Die Beiträge sind international: von Helsinki bis San Francisco, von Reykjavik bis Athen, von Zürich bis Perth.
Das Museum der Arbeit und architekturbild e.V. zeigen die 2005 prämierten Bildserien unter dem Titel “Work Places/Arbeitsplätze”. Mit sehr unterschiedlichen Konzepten nähern sich die Fotografen Orten aktueller Arbeitspraxis. Sie finden sie am Flughafen, hinter Stacheldraht oder in den menschenleeren Hallen automatisierter Produktionsstraßen.


*Sexarbeit.
Prostitution - Lebenswelten und Mythen*
4. November 2005 bis 13. August 2006

“Sexarbeit” - der Begriff geht auf die amerikanische Prostituiertenbewegung und ihre Forderung nach rechtlicher und sozialer Gleichstellung zurück.
Sexarbeit ist eine traditionsreiche Dienstleistung und stellt heute einen beträchtlichen Wirtschaftsfaktor dar: Etwa 200 000 vorwiegend Frauen arbeiten hierzulande im Sexgewerbe, der Jahresumsatz wird auf ca. 14 Milliarden Euro geschätzt. Prostitution ist heute als Berufstätigkeit anerkannt und legal. Das Gesetz von 2002 hat die Diskriminierung der Prostitution als sittenwidrig aufgehoben.
Prostituierte können seitdem in die gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung eintreten. Unsere Ausstellung wirft einen Blick hinter die Kulissen, zeigt, was im Schatten des Voyeurismus häufig unsichtbar bleibt: eine Arbeitswelt zwischen Illusion und Wirklichkeit, sie kratzt an Klischees ohne den moralischen Zeigefinger, fragt: Ist Sexarbeit ein Beruf wie jeder andere auch? Gibt es das große, schnelle Geld? Wie sehen Prostituierte ihre Arbeit?


*Stadt Natur.
Unterwegs in Hamburger Landschaften*
18. März bis 28. August 2005

Hamburg will wachsen. „Sprung über die Elbe“ und HafenCity bestimmen die Diskussionen über die Zukunft der Stadt. Das Museum der Arbeit beteiligt sich daran mit der Sonderausstellung „Stadt Natur“ und weiteren Ausstellungen. Denn gerade in Zeiten städtebaulicher Visionen gilt es, die vielschichtige Beziehung zwischen Stadt und Natur zu beleuchten — nicht zuletzt, weil Hamburg auch weiterhin das Image der „grünen Stadt am Wasser“ pflegen möchte.
Wie stehen Stadt und Natur zueinander? Diese Frage stellt sich, seit im 19. Jahrhundert industrielle Großstädte entstanden, seit Menschen den modernen städtischen Alltag erleben und gestalten. Auf den ersten Blick stehen sich ungezähmte Wildnis und lebensfeindliche Steinwüste gegenüber. Doch Stadt und Natur sind nicht zu trennen: In der Stadt umgibt uns inszenierte und disziplinierte Stadt-Natur, während „Natur der vierten Art“ alte Industrieanlagen überwuchert, Wildtiere neue Reviere erobern und Stadtmenschen in Konsum und Lebensstil ihre „Naturverbundenheit“ demonstrieren. Zwar scheint das Leben in Städten fast befreit von natürlichen Zwängen wie Tages- oder Jahreszeiten, doch eben deshalb wirken Umweltkatastrophen dort besonders verheerend und „Wildes“ störend oder beängstigend. Wir reagieren mit Schutzmaßnahmen und Disziplinierungsversuchen.


*Der Struwwelpeter
oder wie das Weihnachtsgeschenk des Dr. Heinrich Hoffmann für seinen kleinen Sohn die ganze Welt erobert hat*
14. Juni bis 28. August 2005

Buch-Ausgaben von 1844 bis heute aus der umfassenden Struwwelpeter-Sammlung von Udo Frank Kürschner belegen die faszinierende Rezeptionsgeschichte dieses Kinderbuches, das in alle Sprachen der Welt übersetzt worden ist.
Es begeistert und inspiriert noch immer die Kinder und die Künstler:
In Holzschnitten, Radierungen und farbigen Tuschezeichnungen führt Albert Schindehütte seinen Fliegenden Robert, sein Paulinchen, Hans-Guck-in-die-Luft, Suppen-Kaspar und Zappel-Philipp vor. Kinder aus der Schule Poßmoorweg zeigen Linolschnitte, die sie von diesen Figuren aus dem Struwwelpeter in der Druckwerkstatt des Museums gemacht haben und singen zur Eröffnung ein Struwwelpeter-Lied.
Der Sammler Udo Frank Kürschner und der Kurator der Ausstellung, Dr. Jürgen Bönig, erinnern an das Leben und Wirken des hoch angesehenen, fortschrittlichen und menschenfreundlichen Frankfurter Bürgers und Mediziners Dr. Heinrich Hoffmann (1809 - 1894), der keineswegs einer “Schwarzen Pädagogik” Vorschub leisten wollte.
Albert Schindehütte, der die Ausstellung initiiert und inspiriert hat, spreizt die Feder für den Struwwelpeter.


Rauchzeichen. Das historische Fotoarchiv der Reemtsma Cigarettenfabriken
21. April bis 3. Juli 2005

Tabakbauern in Griechenland, die jährliche Tabakauktion in Richmond, North Carolina mit der anschließenden Wahl der Tabakkönigin, der Mischsaal in Bahrenfeld mit Hunderten von Zigarettenarbeiterinnen, Max Schmeling oder Hermann Göring zu Besuch in der Firmenzentrale - das Spektrum der fotografierten Ereignisse und Orte im Fotoarchiv von Reemtsma ist breit und führt um die halbe Welt.
1923 siedelte sich die Zigarettenfabrik Reemtsma in Altona-Bahrenfeld an und expandierte in den folgenden zwei Jahrzehnten zum größten Hersteller in Deutschland. Begleitet wurde diese Entwicklung von einer fotografischen Produktion ungewöhnlichen Ausmaßes. Zur Dokumentation der eigenen Entwicklung oder um Bildmaterial für die Werbung zu erhalten beauftragte das Unternehmen ein Reihe versierter Fotografen wie Franz Rompel, Hein Gorny und Thomas Grebe oder schickte prominente Bildjournalisten wie Wolfgang Weber, René Burri oder Will McBride auf Reisen. Sie fotografierten nicht nur den örtlichen Tabakanbau, sondern richteten ihre Objektive auch auf die reichhaltige Kultur der Länder auf der Suche nach exotischen Orientmotiven und attraktiven Bildern aus der großen, weiten Welt.
So entstand eine Bildsammlung zur Firmengeschichte, zur Entwicklung der Zigarettenherstellung und zur Kultur des Tabaks, die neben dokumentarischen Aufnahmen eine Reihe faszinierender Blicke auf den “Orient” und den amerikanische Alltag der Nachkriegszeit enthält.
Die Ausstellung stellt in ca. 200 Bildern das Spektrum der Sammlung und die Arbeit der Fotografen vor und präsentiert den unterschiedlichen Gebrauch der Aufnahmen durch das Unternehmen.


*„In Hamburg haben wir unsere Jugend gelassen”
Zwangsarbeit in Hamburg 1940 - 1945*
11. Mai bis 12. Juni 2005

Eine Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme,
des Freundeskreises KZ-Gedenkstätte Neuengamme e.V.
und des Museums der Arbeit, mit Unterstützung der Hamburgischen Bürgerschaft
Anlässlich des sechzigsten Jahrestages des Kriegsendes zeigt das Museum der Arbeit in seinem Foyer die von der Hamburger Bürgerschaft geförderte Ausstellung “In Hamburg haben wir unsere Jugend gelassen” - Zwangsarbeit in Hamburg 1940 - 1945, die im Januar 2005 in der Diele des Hamburger Rathauses zu sehen war.
Die KZ-Gedenkstätte Neuengamme, der Freundeskreis der Gedenkstätte und das Museum der Arbeit dokumentieren darin auf 48 Ausstellungstafeln die Situation der zahlreichen, meist sehr jungen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Hamburg. Ausgestellt werden unter anderem Fotos und Briefe der Betroffenen, die sie vor allem während des Besuchsprogramm für Hamburgs Zwangsarbeiter dem Freundeskreis der KZ-Gedenkstätte Neuengamme e.V. überließen. Eine Karte des Vermessungsamtes Hamburg verzeichnet die insgesamt 1500 Stätten der Zwangsarbeit, die von der Forschung bisher ermittelt worden sind - eine zugehörige Computerdatei von F. Littmann gibt Auskunft über Lage, Art und Zahl der in den Lagern untergebrachten Zwangsarbeiterinnen - sie waren überall in Hamburg - unübersehbar.


Holzweg: Figur & Natur
19. Januar bis 13. Februar 2005

Im Holzschnittbuch setzen gegenwärtige Holzschneider sich am Thema der menschlichen Figur mit historischen Vorbildern auseinander.
In der Ausstellung stellen neben den Graphiken des Buches weitere Arbeiten zum Thema aus: Tita do Rêgo Silva, Brian Fitzgibbon, Artur Dieckhoff , Klaus Raasch, Jürgen Meyer Jurkowski, Felix M. Furtwängler, Anne von Karstedt, Gisela Mott-Dreizler (Linolätzung) und Svato Zapletal (Linolschnitt mit verlorener Form).
Der “Klassiker” des Holzschnitts Karl-Heinz Hansen-Bahia (1915-1978) wird mit Drucken, Druckstöcken und Büchern vertreten sein - er wurde vor 90 Jahren am 19. April 1915 in Hamburg geboren.


*Neon Tigers.
Fotografien asiatischer Megastädte*
16. September bis 2. Januar 2005

“This is the future, and I am living in it. It is called Hongkong.”
Lee Ho-yin, Architekt
Das Museum der Arbeit zeigt ab dem 16. September 2004 Arbeiten des Fotografen Peter Bialobrzeski von asiatischen Megacities. Bangkok, Hongkong, Shanghai, Shenzhen, Jakarta und Kuala Lumpur sind die Metropolen der Zukunft, in denen Bialobrzeski Großstadtarchitektur und fernöstliche Urbanität in 35 großformatigen Farbfotografien untersucht. Wolkenkratzer mit bis zu 80 Stockwerken, Highways über den Dächern von Wohnvierteln und Basketballfelder auf der 7. Etage, zwischen Einkaufszentrum und Wohnung.
Peter Bialobrzeski hat diese vertikale Siedlungsform festgehalten und dokumentiert. In seinen Fotografien - aufgenommen am frühen Abend, wenn Tageslicht und die Lichter der Großstadt in einem fluoreszierenden Mix zusammenfließen - verschwimmen die Hochhausschluchten Shanghais und die Verkehrsstraßen Bangkoks zu einer postmodernen Traumwelt. Ist da nicht vielleicht doch ein Foto eines Bühnenbildes aus Blade Runner dazwischen gerutscht? Los Angeles im Jahre 2019, Harrison Ford auf der Jagd nach Replikanten?


*Auf hoher See -
Photographien von Jean Gaumy*
21. August bis 30. September 2004

Lighthouse Foundation zeigt in Zusammenarbeit mit Agentur Focus, Arctic Paper, Mare und Museum der Arbeit 29 Schwarz-Weiß-Fotografien des Mitglieds der berühmten Fotoagentur Magnum.

Der Ausstellungsort Kaispeicher A am Dalmannkai ist ein einzigartiger Ort, der dem Thema der Ausstellung, der harten Arbeit der Hochseefischer, große Authentizität verleiht. Jean Gaumy ist während eines Zeitraums von 15 Jahren mit Hochseefischern gefahren, um den Fischern ein Denkmal zu setzen. Mehr und mehr werden die Trawler durch hoch technisierte Großschiffe ersetzt.
Während vier Reisen an Bord eines Trawlers, von 1984 bis 1998, teilte Jean Gaumy, Fotograf der Fotoagentur Magnum, den Alltag der Fischer. In seinem Buch “Auf hoher See” erzählen verschiedene Auszüge aus seinen Notizbüchern und mehr als 120 Bilder von dieser Periode. Die Ausstellung präsentiert einige der stärksten und markantesten Fotos seiner Reisen.
Geboren 1948 in Pontaillac (Charente-Maritime), lebt Jean Gaumy heute in Fécamp (Normandie). Schon während seines Studiums der Geisteswissenschaften in Rouen von 1969 bis 1972 arbeitete er als Redakteur und Fotograf bei einer Regionalzeitung. 1972 stellte er seine ersten Fotografien in der Agentur Viva vor und trat ein Jahr später der Agentur Gamma bei, bevor er 1977 zur Fotoagentur Magnum wechselte. 1975/76 machte er eine ausführliche Fotoreportage über die verschiedenen Abteilungen eines französischen Krankenhauses. Später, von 1976 bis 1979, war er der erste Fotojournalist, der Zugang in ein französisches Gefängnis erhielt. Er realisierte zahlreiche Reportagen in Europa, Afrika, Amerika und dem Mittleren Osten, insbesondere im Iran, den er zwischen 1986 und 1994 häufig bereiste. Sein Interesse für das Milieu der Bauern und Seefahrer hat ihn oft dazu bewogen, landwirtschaftliche Themen sowie Wasser und Schifffahrt zu fotografieren.
Darüber hinaus hat Jean Gaumy mehrere Dokumentarfilme gedreht: “La Boucane”, 1984 (Grand Prix du Jury, Festival de Belfort); “Jean-Jacques”, 1987; und “Marcel, prêtre”, 1994.


*Architektur der Obdachlosigkeit.
BISS zu Gast im Museum der Arbeit*
9. Juli bis 29. August 2004

Obdachlosigkeit gehört seit vielen Jahren zu den sozialen Problemen moderner Gesellschaften und ist die Kehrseite der glänzenden Städte, die ihre Wettbewerbsposition im globalen Wettkampf um Investoren und Wachstum ständig verteidigen müssen. Mit der Ausstellung “Architektur der Obdachlosigkeit - BISS zu Gast im Museum der Arbeit” eröffnet das Museum der Arbeit den Ausstellungszyklus zur postindustriellen Stadt. Damit greift das Museum aktuelle Tendenzen in der Diskussion um die Zukunft der europäischen Stadt auf und thematisiert in diesem Rahmen das Ende der industriellen Gesellschaft und die Zukunft von Arbeit, Freizeit und Wohnen im urbanen Raum.
Das Museum der Arbeit zeigt ab dem 09. Juli die Ausstellung “Architektur der Obdachlosigkeit - BISS zu Gast im Museum der Arbeit”. Ausgehend von der Frage wie Menschen ohne Obdach sich ihre Umwelt gestalten, haben acht international anerkannte Fotografen Lebensumstände und Lebensräume von Obdachlosen auf der ganzen Welt dokumentiert. Die Idee zur Ausstellung entstand anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Münchner Straßenzeitung BISS, die mit dieser ungewöhnlichen Fotoausstellung auf die weltweite Problematik von Obdachlosigkeit und Armut aufmerksam machen will.
Wolfgang Bellwinkel, Boris Mikhailov, Ulrike Myrzik/Manfred Jarisch, Dayanita Singh, Wolfgang Tillmans und John Vink wurden von der Straßenzeitschrift BISS eingeladen die Welt der Obdachlosen und die unterschiedlichen Formen und Aspekte von Obdachlosigkeit darzustellen.
Mit Aufnahmen des Hamburger Fotografen Andreas Herzau erweitert das Museum der Arbeit die Ausstellung um eine Hamburg-Perspektive. Andreas Herzau zeigt Fotografien aus einer 2003 entstandenen Serie zur Obdachlosigkeit.
Die Ausstellung “Architektur der Obdachlosigkeit”, die von Frau Dr. Karin Sagner kuratiert wurde, entstand auf Initiative von BISS - Bürger In Sozialen Schwierigkeiten. Sie wurde erstmals 2003 in der Pinakothek der Moderne in München gezeigt, wobei Frau Dr. Graeve Ingelmann maßgebend Dank gilt. Die Werbeagentur Heye & Partner hat für die Ausstellung in Hamburg, wie zuvor in München, die gesamte Gestaltung der Druck- und Werbemittel übernommen. Die Ausstellung in Hamburg wird von der GWG SAGA unterstützt.


WORK?! Bilderwelten zwischen Beruf und Berufung
30. April bis 1. August 2004

Die 10. KUNSTRAUM-Ausstellung des Museums ist eine Kooperation zum allgegenwärtigen Thema ARBEIT. Zu sehen sind Unikat-Postkarten, großformatige Fotoarbeiten, Video-Experimentalfilme und Installationen. Sie entstanden im Rahmen der 9. IFUPA, der Internationalen-Foto-Unikat-Postkarten-Aktion. Die IFUPA ist von der Hamburger Fotokünstlerin Carmen Oberst vor 9 Jahren ins Leben gerufen worden. In diesem Jahr widmen sich unter ihrer Moderation 55 Beiträge dem kollektiven Motto Bilderwelten der Arbeit. So viele Beteiligte, so viele Sichtweisen. Die Themenpalette ist reichhaltig: Erwerbsarbeit, Muße, Arbeitslosigkeit, Beziehungsarbeit, Metamorphosen der Arbeitswelt, Suche, Erfüllung oder Zweifel in der Berufswelt - die Vielfalt der Zugänge, der künstlerischen Temperamente und der stilistischen Gestaltung versprechen lustvolle Einblicke in das Leitthema dieses Museums.


Geteilte Welten – Einwanderer in Hamburg
31. Oktober 2003 bis 20. Juni 2004

Durch das “Tor zur Welt” sind Millionen hinausgezogen - freiwillig oder gezwungen. Doch viele haben diese Stadt selbst als Neue Welt gewählt, aus dem Umland oder der Ferne kommend. Die meisten bleiben in Zahlen verborgen: Hamburg tut sich noch immer schwer mit seinen Fremden und seinem Gedächtnis. “Geteilte Welten” erinnern daran, dass “Quiddjes”, Neuankömmlinge, stets zur wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung und zum weltoffenen Image der Metropole beitrugen - bis heute. Nach seltenen Bild- und Schriftdokumenten zu Hamburgs älterer Einwanderungsgeschichte beleuchtet die Ausstellung mit Blickwechseln zwischen Öffentlichem und Privatem die Zeit der “Gastarbeit” und das “Da-Sein” von Flüchtlingen der Gegenwart. Facettenreiche Filme und ungewöhnliche Gestaltung lassen die Ausstellung zu einem eindringlichen Erlebnis werden.
Ihr haben nahezu 100 Hamburgerinnen und Hamburger aus verschiedenen Nationen, Volksgruppen, Schichten und Weltanschauungen Gesicht und Stimme, Erinnerungen und Gegenstände, Bilder und Dokumente verliehen.


Heliogravüre
23. März bis 16. Mai 2004

Heliogravüre sind Licht-Zeichnungen - eine im 19. Jahrhundert entwickelte Technik des Tiefdrucks. Der Grafikkünstler Jürgen Grenzemann hat Erinnerungsstücke von seinem Dachboden fotografiert und diese mit Hilfe der alten Drucktechnik in mehrfarbige Radierungen umgesetzt. Das Museum der Arbeit zeigt eine Auswahl der handwerklich anspruchsvollen Technik der Heliogravüre, die verschwinden wird, wenn die Materialien nicht mehr erhältlich sind.
Beim Verfahren der Heliogravüre wird eine mit lichtempfindlicher Gelatine präparierte Kupferdruckplatte durch ein Halbtonnegativ belichtet. Das Ergebnis ist, nach dem Ätzvorgang, eine Tiefdruckplatte, die Halbtöne reproduzieren kann und einen großen Tonwertumfang liefert. Fotografische Vorlagen erscheinen im Druck weich und unregelmäßig körnig. Jürgen Grenzemann hat die mit Farbe bestrichenen Kupferplatten an den hochstehenden Flächen “ausgewischt”. Die Vertiefungen behalten die Farbe und geben sie in der Radierpresse an das aufgelegte Papier weiter. Ein mittlerweile fast ausgestorbenes Verfahren für die hochwertige und originalgetreue Wiedergabe von Vorlagen und Handschriften. Als experimentelles künstlerisches Verfahren liefert es jedoch vielfältige Ergebnisse.


gehört: neun leben
21. November 2003 bis 18. April 2004

Erinnerungsarbeit der Kunst und die des Museums gehen in dieser Ausstellung eine spannungsreiche Allianz ein. Vor vier Jahren begann Katrin Regelski ihre künstlerische Gedächtnisarbeit “gehört: neun leben”. Sie sammelte Lebensläufe einer Generation, die zwischen den Kriegen aufwuchs - unspektakuläre Geschichten zwischen Alltagsroutine und Altersweisheit. Den sprachlichen Bildern, den Metaphern in den Erzählungen der alten Menschen galt ihr Interesse.
Da gibt es das Leitthema KINDHEIT mit unbekümmertem Reifenspiel auf autofreier Straße, das Thema LIEBE, wie der Tanz im “Ball der einsamen Herzen”, das Thema ANGST und TOD, wie Bunkernächte oder Kohlenklau, das Thema LEBENSENTWURF wie Kinderkriegen und Karriere. Auch Erinnerungen an Gerüche, Geräusche und Berührung. Geschichten als Quintessenz, als Bilanz - erfüllte oder zerplatzte Träume, Gefühle von Zufriedenheit oder Wehmut.


*made in hamburg
Unternehmen in der Fotografie 1865-2002*
10. September bis 16. November 2003

Füllhalter und Fahrgastschiffe, Mikrochips und Margarine, Tesa und Transistoren, die Palette der in Hamburg gefertigten Produkte ist beeindruckend reichhaltig. Nur wenigen ist der vielfältige Branchenmix und die facettenreiche industrielle Produktion Hamburgs geläufig.
In einer breit angelegten Fotografieausstellung gibt das Museum der Arbeit nun Einblick in diese Arbeits- und Produktionswelten.
Materialbasis und Quellen lieferten die Hamburger Unternehmen selbst. In ihren Archiven ruhte ein überreicher Fundus an fotografischen Schätzen, der bislang weitgehend unveröffentlicht ist. Über hundert Jahre Bildgeschichte der Industrie, eine anschauliche Geschichte von Arbeit und Produktion warteten darauf, ans Licht gebracht zu werden.
Mit der großzügigen Unterstützung durch zahlreiche Hamburger Firmen sowie durch die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius hat das Museum der Arbeit sich vor einigen Jahren daran gemacht, diese Schätze zu heben. 250.000 Fotografien aus über fünfzig Unternehmen wurden gesichtet, sortiert und ausgewählt.
Fotografien von Firmengründern und Belegschaften, Aufnahmen aus riesigen Maschinensälen und von Betriebsausflügen, Bilder von Ölsuchern in Kanada und Schiffsnietern im Hamburger Hafen, ebenso wie die von bizarr vermummten Ingenieuren in Reinräumen der Chipproduktion kamen dabei zum Vorschein.
Der Inszenierung von vollkommener Ordnung oder moderner Fertigung stehen Bilder entgegen, die die Harmonie der “Betriebsfamilie” zeigen. Genauso wie Bilder zu finden sind, die neugierig den Alltag der frisch angeworbenen Arbeitskräfte aus Jugoslawien oder der Türkei beäugen.

Ob nun als Porträt-, Architektur-, Werbefotografie, als Reportage für eine Werkszeitschrift oder den Geschäftsbericht, die Bilder transportieren Zeitgeist, Fotografie- und Kulturgeschichte und sind in ihrer Gesamtschau eine einzigartige Dokumentation der Industrie Hamburgs.


stroh zu gold
4. Juni bis 2. November 2003

Kunstobjekte als “ästhetische Stolpersteine” in einem sozialgeschichtlichen Museum - ein Experiment im KUNSTRAUM des Museum der Arbeit seit 1998: Ausstellungen mit zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern gastieren hier wie die “Puppe in der Puppe”, gleichsam eine “zweite Stimme” in der Dauerausstellung “Frauen und Männer - Arbeitswelten, Bilderwelten” zum Leitthema “Arbeit, Geschlechterfragen, Zeit”. Die Acht in dieser Reihe ist Regina Hellwig-Schmids “stroh zu gold”.
Abschied und Ankommen, Fremdheit und Wurzelschlagen, Spurensuche und Erinnern, Zeit - Lebenszeit, Arbeitszeit, “verletzte Zeit”, sind ihr Stoff. Ihr Arbeitsmittel: Poesie, Verdichtung, Ironie. Die in Regensburg lebende Künstlerin wurde international bekannt als Initiatorin der Internationalen Kunst und Friedensaktion “Pax Danubiana” (2000) und der “Internationalen DonauKonferenz für Kunst und Kultur - Ars Danubiana”(2001), ein Ost-West Dialog der verschiedenen Kulturen der zehn Donauländer. Regina Hellwig-Schmids Rauminstallationen sind Denk-Räume. Sie erzählt Geschichten, die unsere Neugier am Denken des noch Ungedachten weckt. Parallelwelten tun sich auf: die einsehbare Welt mit ihren handfesten Gegenständen - vermeintlich vertraut - und andere Wirklichkeiten, die Elemente des Zufalls, des Verdrängten, des Wunderbaren in das Alltagsleben integrieren. Ein Spiel der Künstlerin mit Hintersinn und Mehrdeutigkeit, das dem Surrealismus verwandt ist: Es reizt zum Entschlüsseln und Weiterdenken. Und hier ist es eine Einladung zum Dialog mit den Objektarrangements in der permanenten Ausstellung.


*Tanz um die Banane.
Handelsware und Kultobjekt*
21. März bis 28. September 2003

“Konnt’ ich wissen, konnt’ ich ahnen, Dass die Welt ins Irre hopst Ausgerechnet durch Bananen
Dieses harmlos-dumme Obst…”

Mit diesem Spottgedicht brachte der Liedtexter Fritz Löhner seine Verwunderung über den durchschlagenden Erfolg des Schlagers “Ausgerechnet Bananen” zum Ausdruck, den er 1923 ins Deutsche übersetzt hatte. Gerade zu Zeiten Weltwirtschaftskrise waren alle verrückt nach Bananen![](, “Ausgerechnet Bananen)”. Anscheinend haben die Deutschen diese Begeisterung bis heute nicht abgelegt. Denn die Banane ist hierzulande nicht nur musikalisch ein Hit! Auch als Handelsware und Kultobjekt hat sie große Bedeutung erlangt. Was ist nur dran an diesem krummen gelben Obst, dass es buchstäblich in aller Munde ist? Die Sonderausstellung zeigt die Banane zwischen den Welten, ihren Weg von der Plantage zur Verkaufsauslage im Supermarkt. Sie erzählt von der rund 100jährigen Karriere der Südfrucht als Handelsware und Kultobjekt. Gezeigt werden über 800 Exponate aus verschiedenen Zeiten und Kulturräumen: Botanische Darstellungen der Musa paradisiaca aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind ebenso zu sehen wie Arbeitsgeräte und Kitschobjekte. Eine Giftspritze zur Bekämpfung von Pflanzenschädlingen findet genauso ihren Platz in der Ausstellung wie Andy Warhols Plattencover für The Velvet Underground, Zonen-Gaby oder Josephine Baker.
Ausgangspunkt für die Ausstellung ist das in den Dauerausstellungen angelegte Konzept, dort angesprochene Themen vertiefend zu ergänzen. In diesem Fall werden Welthandelsgüter im Kontext ihrer Gewinnung und ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung präsentiert.


*Mensch und Maschine
Fotografien von Arbeitsprozessen im Museum der Arbeit*
20. Mai bis 13. Juli 2003

Mensch und Maschine, Mensch und Arbeit - im Museum der Arbeit finden täglich in den Werkstätten und bei den Außenstellen im Hafen eine Fülle von Arbeitsprozessen statt, die unter Anleitung der Fotokünstlerin Valérie Wagner durch die TeilnehmerInnen des Workshops fotografisch begleitet, aufgezeichnet und interpretiert wurden. Im Mittelpunkt des Workshops standen die Entwicklung eines Bildkonzeptes, die Available-light - Fotografie und der Einsatz und die Gestaltung von künstlichem Licht. Während der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema sind fotografische Bildserien entstanden, die über die bloße Dokumentation hinaus Geschichte(n) erzählen:
Von traditionellen Arbeitsabläufen im Hafen und im grafischen Gewerbe, den dazugehörigen geschichtsträchtigen Maschinen und dem Zusammenspiel mit den ebenso lebenserfahrenen Menschen, die “ihre” Maschinen mit Fachkenntnis und liebevoller Hingabe bedienen.


*Haferflockenmaschine
Arbeiten von Michael Baltzer und Petra Schoenewald*
28. November 2002 bis 18. Mai 2003

Hier stellen das Hamburger Künstlerpaar Michael Baltzer und Petra Schoenewald Skulpturen und Installationen aus. Unter dem Titel Haferflockenmaschine werden Randerscheinungen, Ablenkungen und Anregungen für künstlerische Produktion - wenn Kinder im Spiel sind - fokussiert und thematisiert.

Familienalltag, Spiel, Arbeit, Beziehungsgeflechte, Harmonie und Störung, Banales und Ungleichzeitiges - sie sind Stoff der Ausstellung. Mögliche Ausgangsobjekte sind: Gebrauchsgegenstände, Spielsachen, Möbel für Kinder und Erwachsene.
Die aus dem Alltäglichen transformierten Skulpturen und Rauminstallationen sind u.a. “Das Spielsofa”, “Buggies”, “Schaukel”, “Der Aufbewahrungsort für Wäsche”.
Spieltrieb, Entdeckerlust und die Freude an einer analytischen Perspektive gehen in der Arbeit des Künstlerpaares eine Allianz ein. Die verschiedenen Ebenen von künstlerischer Arbeit und der Arbeit beim Großziehen ihrer Kinder durchdringen sich, geben Inspiration, sind Impuls und Material für ästhetische Realisationen. Gesellschaftlich gesehen eher eine Ausnahme: Häufig werden Familie und Beruf als zwei getrennte Welten empfunden und praktiziert. Meist existieren sie nebeneinander, fein säuberlich getrennt oder in einem eher hierarchischen Verhältnis - als Spiegel der Arbeits- und Rollenteilung hierzulande.


*Vereinsstraße 54
Fundstücke aus einem Hinterhaus*
17. Januar bis 23. Februar 2003

Die Suppenterrine mit Goldrand oder die Blümchentapete aus den 1960er Jahren sind seit geraumer Zeit beliebte Fundstücke für alle Retro-Fans. Warum wird das, was heute schon wieder “in” ist, im Museum der Arbeit gesammelt? Die Objekte dieser Ausstellung kamen im Jahr 2002 ins Museum, nachdem die Spenderin zum Teil seit über 60 Jahren mit ihnen gelebt hatte. Dinge des täglichen Gebrauchs mischen sich mit Anschaffungen, auf die lange gespart wurde. Jahrzehnte alte Erbstücke mit Geschenken und kleinen Haushaltshilfen. Reisebügeleisen und Topfschwamm, Spiegel und Handstein - teilweise wirkt es, als seien die Sachen nie benutzt worden, manchmal entdeckt man Patina und Gebrauchsspuren.
Die Ausstellung lädt ein, die Bedeutsamkeit der Dinge zu interpretieren und sich ein Bild vom Leben damit zu machen. Besucherinnen und Besucher jeden Alters können Bekanntes und Fremdgewordenes entdecken und sich im Vergleich mit der eigenen Lebenssituation den gesellschaftlichen Wandel bewusst machen.


*Anschläge –
30 Jahre politische Titel-Bilder-Plakate des Graphikers Wilhelm Zimmermann*
18. September bis 1. Dezember 2002

“Zum Hingucken verführen” so ist die Absicht des Plakatkünstlers Wilhelm Zimmermann zu verstehen. Über drei Jahrzehnte hat er für gewerkschaftliche Zeitungen wie “metall”, “Grundstein” oder “Der Gewerkschafter” Titel entworfen und Plakate entwickelt, die zeigen: Gewerkschaften haben zu politischen Themen und gesellschaftlichen Problemen Stellung genommen, die über die Vertretung von Arbeitnehmerinteressen hinausgehen: zu Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, zu Krieg und Frieden, zum Problem Auto und Umwelt, aber auch zu Korruption oder zur Bedrohung demokratischer Rechte…Gewerkschaftliche Themen wie der Kampf gegen Sozialabbau und für die 35-Stunden-Woche, gegen die Lohndiskriminierung von Frauen und gegen Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz spielen selbstverständlich eine wichtige Rolle.
In thematischen Reihen wird die Ausstellung Titel und Plakate in ihre jeweiligen politischen Zusammenhänge stellen und die Hintergründe erhellen.


StadtSprachBilder
6. Oktober bis 17. November 2002

Der “Buchstabenkünstler” Manfred Braasch und der Holzschneider und Psychiater Klaus Müller-Siegel gehen verschiedene Wege in ihren druckgrafischen Darstellungen zum Thema “Stadt, Sprache und Bild”. Braasch macht Bleilettern zum Ausgangspunkt seiner Grafiken. Diese Grundelemente des klassischen Buchdrucks haben für ihn eine “eigene Ästhetik”, die den Betrachter einfangen soll. “Das Gedruckte und Geprägte soll sprechen.”
Die in den Arbeiten von Klaus Müller-Siegel abgebildeten Flächen und Formen - Bildbruchstücke aus der städtischen Umgebung - erklären sich nicht von selbst. Er sieht in ihnen eine Aufgabe, ein Rätsel: die “Lösung ist die Gedankenwelt des Betrachters.”


*Verstrickungen.
Arbeiten von Annette Greiner*
14. Mai bis 10. November 2002

Im Zentrum der Ausstellung: sechs Strickpuppen, buntlackiert und lebensgroß, eine Metallkrone auf dem Kopf. Annette Greiners Strickliesel-Installation ist eine künstlerische Annäherung an das Thema Geschlechterrollen. Als Metapher für textiles Arbeiten und weibliche Produktivkraft ist sie auch lesbar als Bild von Disziplinierung und Selbstbeherrschung. Assoziationen an bürgerliche Erziehungsideale klingen an: Mädchen ab 3 Jahre mussten stricken, bevor sie lesen lernen durften. “Weibliche” Tugenden wie Geduld, Körperdisziplinierung und Selbstzwang wurden so im 19. Jahrhundert eingeübt. Die Anordnung der Puppen erinnert auch an ein Heer: das Pendant männlicher Disziplinierung durch Militär und Drill. Ironie der Kunst: An den Puppen kann gestrickt werden - von Männern und von Frauen. Bei Aktionen in der Ausstellung wird die Künstlerin ihr Publikum in Fragen verstricken: ist Stricken reine Frauensache, wo doch viele Jungen das Vergnügen am Strickliesel-Stricken kennen? Rollen kommen ins Rollen, Vorurteile vielleicht auch.


*Unterwegs –
90 Jahre Hamburger U-Bahn*
15. Februar bis 13. Oktober 2002

Die Hamburger Untergrundbahn
Die Ausstellung zeigt eine Seite der Hamburger Hochbahn A.G. - die Geschichte der U-Bahn in Hamburg. Seit 90 Jahren prägt sie das Gesicht der Stadt. Eine Untergrundbahn, die in Hamburg nicht nur im Tunnel fuhr und fährt, sondern zum größeren Teil der Strecken über der Erde, über Brücken, Viadukte, Dämme.
Ein elektrisch betriebenes Verkehrsmittel, das am Beginn des Jahrhunderts wie kein anderes für die Modernität der Großstadt stand.
Das gleich am Beginn mit einer spektakulären Architektur auftrat und die Wahrnehmung der Stadt veränderte. Die Nutzer der U-Bahn mussten sich erst an das Tempo des Verkehrsmittels gewöhnen, erst lernen, mit Enge und Fremdheit auf den Bahnsteigen und den Zügen umzugehen.
Die andere Seite des U-Bahn-Betriebes sind die Menschen, die ihn seit 90 Jahren tagtäglich aufrechterhalten: die U-Bahn-Fahrer, Weichensteller, Elektromeister, Werkstättenarbeiter in den Wagenhallen und auf der Strecke - in Porträts und Objekten ihrer Arbeit werden sie vorgestellt.


*Andreas Herzau:
Me, myself + I*
19. April bis 11. August 2002

Die Arbeit am Ich, das ist das Thema der Fotografien von Andreas Herzau. Es sind Bilder von Menschen in einer globalisierten Welt, die sich auf der Suche nach Identität und Zugehörigkeit befinden.
Die Fotografien erzählen von der Selbstinszenierung der Menschen, der Formung und Verformung der Körper, sie zeigen den Schöpfungsversuch eines Produktes mit dem Namen Ich. Es sind Zeugnisse einer Gesellschaft, in der körperliche Arbeit fast nur noch am eigenen Körper geleistet wird.
Die Orte, die als Bühne für solcherart kollektive Selbstinszenierung dienen, sind zahlreich. Sie finden sich jenseits der Arbeit bei Techno-Veranstaltungen, auf politischen Demonstrationen, in Diskotheken, in Clubs oder am Christopher Street Day. Andreas Herzaus Bilder aus den letzten zehn Jahren werfen Schlaglichter auf diese öffentlichen Laufstege der großen und kleinen Welten.
Herzaus Fotografien überprüfen die Realität gleichsam mit dem Erkundungsblick eines Ethnografen. Seine Bildsprache formuliert dabei aus dem ständigen Wechsel von Nähe und Ferne, von Detail und Totale einen sowohl distanzierten als auch neugierigen Kommentar auf diese vielfältigen Versuche des Selbst-Marketings Der Körper als Marke: In großformatigem Schwarz-weiß, in hochglänzendem Bunt wird in dieser Ausstellung das Bemühen der Einzelnen und der Vielen, sich zu unverwechselbaren Typen zu stilisieren, präsentiert.


*BARBIEcue.
Fotoarbeiten von Valérie Wagner*
2. Oktober 2001 bis 18. April 2002

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Barbie: Synonym für das wohl umstrittenste und zugleich heißgeliebteste Frauenideal der Moderne.
Für den KUNSTRAUM entwickelte die Hamburger Fotokünstlerin Valérie Wagner die Installation Spielraum Fotografien einer Barbie-Figur sind in Körpersektionen unterteilt und auf transparenten Tafeln hintereinander gehängt. Beim Betrachten kann man sich zwischen die Tafeln begeben, Barbies Körperfragmente inspizieren. Die Transparenz der Fotos macht es möglich, sich beim Betrachten eigene Bilder zu machen, die Barbie-Fragmente wie beim Puzzle zu einem neuen Bild zusammenzusetzen.
Spielräume in mehrfacher Hinsicht erschließen sich mit diesem neuartigen Zugriff auf das Barbie-Bild: Die Einladung zur Re-Vision eines Idols und stereotyper Körper- und Schönheitsideale schließt das Angebot mit ein, individuelle Bilder zu kreieren. Die dreidimensionale Installation wird auch zum Spielraum für Deutung und Umdeutung: quasi hautnah werden beim Durchschreiten der Installation Körper als individuelle und gesellschaftliche Konstrukte sinnlich erfahrbar. Dabei eröffnen sich auch Blicke auf ungewohnte Inszenierungen weiblicher Körper und von Weiblichkeit.
Bewegung und Standortveränderung beim Betrachten sind ebenso Teil der Installation wie die Elemente des Dazwischen, der Überlagerung, der Überschneidung.


Präsentation des Peter-Keetman-Preises
1. bis 31. März 2002

In Deutschland arbeitende Fotografinnen und Fotografen waren dazu aufgefordert, sich mit der Industrie der Jetztzeit fotografisch auseinanderzusetzen. Über zweihundert Einsendungen wurden im Januar 2002 von einer prominent besetzten Jury bewertet. Zur Jury gehörten Ruth Eichhorn (Fotodirektorin GEO Magazin, Hamburg), Prof. Ute Eskildsen (Leiterin der Fotografischen Sammlung Museum Folkwang, Essen), Anna Gripp (Chefredakteurin Photonews, Hamburg), Dr. Mario Kramer (Kurator am Museum für Moderne Kunst, Frankfurt/M,), Prof. Bernhard Prinz (Künstler Hamburg, Professor für Fotografie GHS, Essen), Prof. Dirk Reinartz (Fotograf und Professor für Fotografie an der Muthesius Hochschule, Kiel).


*Timm Rautert - Arbeiten.
Fotografien 1968 - 2000*
26. September bis 25. November 2001

Von einer Reportage über die Produktion bei Porsche 1968 bis zu Porträts aus der Frankfurter Börse im Jahr 2000 zieht sich das Spektrum der Arbeiten Timm Rauterts aus der Arbeitswelt. Rautert, heute Professor für Fotografie in Leipzig, war seit den frühen 70er Jahren vor allem bildjournalistisch tätig - bekannt sind seine Reportagen, die er vornehmlich für das ZeitMagazin fotografierte.
In dieser Zeit arbeitete er aber auch immer wieder für eine Vielzahl von Industrieunternehmen: BMW und VW, Thyssen, Krupp, Mannesmann, Flugzeugbau in Hamburg, Waffenproduktion bei MBB, Computer- und Chipproduktion oder die Arbeit im Großkrankenhaus sind Themen der gezeigten Bildserien. Sein Interesse galt dabei dem Wandel der Arbeit und dem allmählichen Verschwinden des Menschen aus den Produktionsabläufen.
Diese veränderte Signatur der Arbeitswelt, geprägt von den immer gleichen Überwachungsmonitoren und Fertigungsautomaten, die den Blick auf Arbeitsvorgänge und Produkte nicht mehr freigeben, stellten das Bildprogramm der Industriefotografie in Frage.
Timm Rauterts Blick auf die Arbeitswelt fragte deshalb immer auch nach den Möglichkeiten ihrer fotografischen Darstellbarkeit. Besonders in dem Projekt “Gehäuse des Unsichtbaren. Bilder von der dritten industriellen Revolution”, das er in den 80er Jahren begann, fand er zu einer hochartifiziellen Bildsprache, welche die Irritationen über den rasanten technologischen Wandel spürbar werden lässt und für das Genre großen Einfluss hatte.


*Tita do Rêgo Silva:
Contos de Infãncia - Kindheitserzählungen*
12. Oktober bis 4. November 2001

Neben anderen neuen Arbeiten erstmalige Präsentation des vollständigen, 45 Meter langen Frieses “Kindheitserzählungen”, den die Künstlerin 1997 für die Kinderabteilung des Marienkrankenhauses schnitt. Als fortwährendes “Ich sehe was, was Du nicht siehst!” hat Tita do Rêgo Silva den Fries “Kindheitserzählungen” gestaltet. Die Künstlerin, 1959 in Caxias-Ma, Brasilien geboren und seit 1988 in Hamburg lebend und arbeitend, bedient sich dabei der im Nordosten Brasiliens traditionell beheimateten Technik des Holzschnittes. Die Motive der mit mehreren Farben von einer Holzplatte gedruckten Bilder entnimmt sie der eigenen Erinnerung - Menschen, Tiere, Pflanzen, Fabelwesen ihrer Heimat, die sich im Kopf des Betrachters zu möglichen Geschichten verbinden, die wiederum in andere Geschichten übergehen, aber keiner bekannten Fabel folgen, sondern der Phantasie. Ein Spiel mit den eigenen Contos de Infãncia der Erwachsenen, das während der Ausstellung auch durch eigene künstlerische Produktion erlebt werden kann.


Gibt es ein Leben ohne Arbeit?
6. September bis 4. November 2001

Arbeit bildet einen wesentlichen Bestandteil unseres Selbstwertgefühls. Wer nicht arbeitet, fühlt sich schnell wertlos. Die Frage “Gibt es ein Leben ohne Arbeit?” betrifft aber nicht nur Arbeitslose, Rentner oder Menschen, denen zu arbeiten nicht gestattet ist. Sie stellt sich auch Erwerbstätigen, deren Freizeit oft sehr knapp bemessen ist und deshalb genau geplant und strukturiert werden muss.
Eine Ausstellung des Fritz-Hüser-Instituts für deutsche und ausländische Arbeiterliteratur zeigt, welcher Stellenwert der Arbeit in der bildenden Kunst und Literatur seit den 20er Jahren beigemessen wird. Die Radierungen, Lithografien, Federzeichnungen und Texte sind literarische und bildnerische Zeugnisse einer sich wandelnden Definition von Arbeit.


*Sonntag.
Kulturgeschichte eines besonderen Tages.*
8. April bis 26. August 2001

Der Sonntag - laut Grundgesetz ein Tag der Arbeitsruhe und seelischen Erhebung - ist nach wie vor ein besonderer Tag. Für viele ein Tag der Selbstbestimmung, frei von äußeren Zwängen, ein Tag der Erholung von der Erwerbsarbeit und familiärer oder freundschaftlicher Gemeinsamkeiten. Als solcher wird er von Kirchen und Gewerkschaften in der aktuellen Diskussion um neue Ladenöffnungszeiten verteidigt. War der Sonntag in den ersten Nachkriegsjahrzehnten noch weitgehend von Kirchenbesuchen und tradierten Geboten geprägt, so stellt er sich heute als “Angebots-Tag” dar, dessen Möglichkeiten vielfältig und individuell sind.
Die Ausstellung beleuchtet die Geschichte des Sonntags und fragt nach Veränderungen vor allem in den letzten fünfzig Jahren. Sie rückt dabei die persönliche und allgemeine Bedeutung von Geschichten, bis heute aufgehobenen “guten Sachen”, die den Sonntag zum Festtag machten, von veröffentlichten und privaten Fotos in den Vordergrund, bietet aber auch Schlagertexte und Literarisches zum Thema. Der erinnernde Blick dieser Ausstellung soll alte und neue Sonntagsbilder zeigen und Anstoß zum Nachdenken über die Bedeutung des Sonntags für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen, insbesondere auch für Migrantenfamilien geben.


Späte Freiheiten – Geschichten vom Altern
16. November 2000 bis 4. März 2001

Die Ausstellung geht von der These aus, dass sich die Gesellschaft heute und in Zukunft nicht mehr nur aus den bekannten drei (Jugend, Erwerbsleben, Alter), sondern aus vier Generationen zusammensetzt. Die Lebensphase zwischen dem 55. und dem 75. Lebensjahr entwickelt sich für die Menschen der westlichen Welt zunehmend zu einem Lebensabschnitt eigener Qualität. Gezeigt werden die Geschichte, die gegenwärtige Situation sowie die Chancen und Probleme dieser neuen Generation. Die Ausstellung beschreibt, was diese Neuheit ausmacht. Wie lebt sie? Was sind ihre Forderungen? Aber auch: Wieso sind einige ältere Menschen von neuen - finanziellen, technologischen - Möglichkeiten ausgeschlossen? Zu sehen sind Ausschnitte aus einer Kultur, in der das berufliche Leistungsprinzip in den Hintergrund rückt und in der sich Personen außerhalb der gesellschaftlich anerkannten Funktionen und Tätigkeiten als eigenständige Gruppe etablieren.
Im Zentru