Von der Fabrik zum Museum

Die ehemalige Fabrik der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie (NYH) in Barmbek (Ansicht von 1923)

NYHH Barmbek 1923 Ausschnitt, Museum der Arbeit


Auf dem ehemaligen Fabrikgelände der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie von 1871, wo einst aus Kautschuk Hartgummikämme gefertigt wurden, ist heute das Museum der Arbeit zu Hause. Die Wahl des Standortes für das Museum der Arbeit fiel mit der ehemaligen Produktionsstätte der NYH in Barmbek auf eines der ältesten noch existierenden Fabrikensembles Hamburgs, das dort seit 1871 aufgebaut und ständig erweitert wurde. Wie kein anderer Standort in Hamburg veranschaulicht das denkmalgeschützte Ensemble die Industrialisierung Hamburgs anhand von „Neuer Fabrik“ und „Alter Fabrik“, Fabrikhof, Kesselhaus, Zinnschmelze und Torhaus.

Im Zweiten Weltkrieg, am letzten Tag der sogenannten Aktion Gomorrha, wurden die Anlagen in wesentlichen Teilen zerstört. 1949 wurden die Barmbeker Fabrikationsanlagen an die Stadt verkauft, und in den 1950er Jahren verlegte die Firma ihren Sitz ganz nach Harburg. Einige Gebäudeteile wurden abgerissen. Vor der Umnutzung zum Museum verblieb eine Industrieruine mit Teilen der „Alten Fabrik“ von 1871, dem Torhaus, der Zinnschmelze, dem Kesselhaus und der „Neuen Fabrik“ von 1908. Hier hatten sich kleinere Werkstätten und Händler niedergelassen, 1986 entstand in der ehemaligen Zinnschmelze ein Stadtteilkulturzentrum mit Kneipe und umfangreichem Veranstaltungsangebot.

Seit 1982 bestanden Pläne für ein Museum der Arbeit an diesem Ort, und seit 1992 schließlich wurden die Fabrikgebäude zum Museum umgestaltet. Die Baumaßnahmen begannen mit dem Umbau des Kesselhauses für die Nutzung als Museumswerkstätten, dessen Einweihung im Herbst 1994 gefeiert werden konnte. Das erste Ausstellungsgebäude, die „Neue Fabrik“, wurde 1996 fertig gestellt, die Ausstellungen des Museums hier am 5. Januar 1997 feierlich eröffnet. Im Oktober 1999 konnte das renovierte Erdgeschoß der „Alten Fabrik“ in Nutzung genommen werden. 2006 wurde ein weiterer Teil der „Alten Fabrik“ fertig gestellt. Neben neuen Büros für die Mitarbeiter, kamen weitere Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen auf insgesamt fast 2000 qm hinzu. Die öffentlich zugängige Bibliothek im 3. Stock der „Alten Fabrik“ bietet zudem Platz zum Lesen und Arbeiten sowie einen schönen Ausblick über den Museumshof.


Bildergalerie

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