...unseren Beruf gibt es nicht mehr...

Technologischer Wandel in der Druckindustrie – Die Perspektive der Drucker und Setzer

Montag, 26. Juni 2017, 18 Uhr


Derzeit bestimmen Prognosen von der Ersetzung menschlicher Arbeit durch Roboter, Computer und Künstliche Intelligenz die Schlagzeilen. Britische Wissenschaftler sagen vorher, dass in den nächsten 20 Jahren fast jeder zweite Arbeitsplatz durch Technologie ersetzt werde. Für Historiker ist dies Grund, zurückzuschauen und vergangene Transformationsprozesse zu analysieren.

In einem Lehrforschungsprojekt beschäftigten sich Studierende der Helmut-Schmidt-Universität mit dem technologischen Wandel der Arbeitswelt in der zweiten Hälfte des 20 Jahrhunderts. Untersucht wurde eine Branche, die seit den späten 1960er Jahren einen gravierenden technologischen Wandel erfuhr: die Druckindustrie. Dieser Wandel wurde in den Medien damals genauso aufgeregt verhandelt wie heute die Prognosen angesichts eines bevorstehenden Digitalisierungsschubs. Schließlich wurde ein traditionsreiches Handwerk radikal transformiert bis hin zum Verschwinden der klassischen Berufe des Setzers und des Druckers.

Das Projekt fragte nach den Erfahrungen der Setzer und Drucker und nach ihrem Umgang mit dem technologischen Wandel. Mit Oral-History-Interviews wurde die Perspektive der betroffenen Drucker und Setzer dokumentiert. Die Ergebnisse werden am 26. Juni 2017 präsentiert und von Experten kommentiert und auf die gegenwärtige Situation bezogen.

Kosten: ermäßigter Museumseintritt

Programm:

Begrüßung
Prof. Dr. Rita Müller (Direktorin Museum der Arbeit)

Vorstellung der Projektergebnisse:
Prof. Dr. Martina Heßler, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg.

Kommentare:
Prof. Dr. Tobias Schlömer, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg
Tobias Schlömer ist Professor für Berufs- und Wirtschaftspädagogik an der Helmut-Schmidt-Universität. Er arbeitet derzeit zur Digitalisierung von Arbeit, Beruf und Bildung.

Dr. Annette Schuhmann, Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam
Annette Schuhmann ist verantwortliche Redakteurin bei Zeitgeschichte Online am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam (ZZF). Sie arbeitet an einem Projekt zur “Computerisierung der Industriearbeit in Deutschland” und lehrt an der FU Berlin im Studiengang Public History.

Martina Heßler ist Professorin für Neuere Sozial-, Wirtschafts- und Technikgeschichte an der Helmut-Schmidt-Universität
Martina Heßler arbeitet zum Mensch-Maschinen-Verhältnis im 20. Jahrhundert sowie Geschichte der Automatisierung und zur Transformation der Arbeitswelt im 20. Jahrhundert.