Das Kapital

verlängert bis 5. Mai 2018


„Das Kapital“ von Karl Marx ist ein Klassiker der politischen Ideengeschichte und das bekannteste Wirtschaftsbuch in deutscher Sprache. Der erste Band der „Kritik der politischen Ökonomie“, so der Untertitel, erschien 1867 in Hamburg, im Verlag von Otto Meissner. Dauerte es damals ganze vier Jahre, bis die ersten 1.000 Exemplare verkauft waren, so zählt das Werk heute neben der Bibel zu den auflagenstärksten Büchern der Welt – und gewiss zu den einflussreichsten und umstrittensten.

Das Museum der Arbeit nimmt das 150-jährige Jubiläum der Erstveröffentlichung in Hamburg zum Anlass einer spannenden und kontroversen Ausstellung zur Geschichte und Aktualität von Karl Marx‘ „Das Kapital“. Sie spannt einen Bogen von der Zeit der Entstehung des Werks im 19. Jahrhundert über die widersprüchliche Rezeption im 20. Jahrhundert bis zu heutigen Fragen der Produktion und Verteilung von Reichtum und Armut. Ziel der Ausstellung ist es, zum Nachdenken über Aktualität und Grenzen dieses umkämpften Klassikers anzuregen – und zwar weder dogmatisch noch akademisch, sondern assoziativ und partizipativ.

Marx kam es darauf an, die Welt nicht nur zu interpretieren, sondern sie zu verändern. Deshalb fragt die Ausstellung auch danach, in welcher Gesellschaft wir leben wollen. Führt der Kapitalismus zu Freiheit und Wohlstand oder zu Unterdrückung, Ausbeutung und Krise? Wieso werden die Mechanismen des aktuellen Wirtschaftssystems so unterschiedlich bewertet? Und sind Alternativen wünschenswert und möglich? Die Ausstellung gibt der Diskussion solcher und ähnlicher Fragen breiten Raum und bindet die Meinungen und Positionen von Besuchern direkt ein.

Hashtag: #DasKapitalHH

Ausstellungsblog: Diskutiert das Kapital

Die Ausstellung ist in fünf Abschnitte gegliedert: Schreiben, Lesen, Publizieren, Begreifen und Diskutieren. Fast jeder Zentimeter ist im Ausstellungsraum Diskutieren mit Karten gefüllt. Von ernsthaften Tipps und Ratschlägen bis hin zu lustigen Sprüchen ist alles dabei. Um die Beiträge der Besucher zu erhalten und allen zugänglich zu machen, betreut unsere Freiwillige Jenni Schlegel im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahres diesen Blog als Jahresprojekt.
Zum Ausstellungsblog

WhatsApp-Guide durch die Ausstellung

Einfach die Mobilnummer 0157 923836 38 auf WhatsApp abspeichern, „Start“ eingeben und schon geht es los: So einfach und unkompliziert ist die Nutzung des WhatsApp-Tourguide von hello!museum, der kostenlos im Museum der Arbeit ausprobiert werden kann. Die Besucherinnen und Besucher erhalten für ausgewählte Exponate der Ausstellung prägnante und kurzweilige Informationen als Text-, Audio- oder Vidodatei direkt auf das eigene Handy gespielt. Auch individuelle Fragen und Anregungen können über WhatsApp an die Museumsmitarbeiter gestellt werden. Erstmalig in einem deutschen Museum im Einsatz ist auch das Voting: Besucherinnen und Besucher können vor Ort über die Frage, ob Karl Marx für sie heute noch aktuell ist, abstimmen und das Ergebnis aller vor Ort auf einem Screen mitverfolgen.

Geschichten gesucht!

“De te fabula narratur” – “Von Dir handelt die Geschichte” schrieb Marx vor 150 Jahren im Vorwort seines Buches „Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie”.
Das Museum der Arbeit nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, um einen neuen Blick auf dieses Buch zu werfen, welches die Welt verändern sollte. Sie können dabei mitmachen!

Wir suchen Ihre Geschichten! Sie haben “Das Kapital” gekauft, aber nur einmal reingeguckt? Vielleicht haben Sie es ja auch von vorne bis hinten durchstudiert? Oder haben Sie es geschenkt bekommen, einen richtigen Zugang dazu aber nicht gefunden und nun verstaubt es in Ihrem Regal? Was würde Marx dazu wohl sagen?

Klicken Sie auf diesen Link und füllen Sie das Formular aus. Wir werten Ihre Geschichten aus, anonymisieren Sie auf Wunsch und integrieren sie dann auf einen Bildschirm innerhalb der Ausstellung.

Wir freuen uns von Ihnen zu hören!

Weitere Infos

Im NDR ist der Radiobeitrag “Marx reloaded” erschienen, den Sie hier anhören können: Bitte hier klicken

“Das Forum am Sonntag auf NDR Info lässt Marx-Fans aus unterschiedlichen Generationen zu Wort kommen. Die sogenannten Alt-68er, für die “Das Kapital” die Bibel war. Und die junge Studierenden von heute, die sich von dem Ökonom Antworten auf die derzeitige Finanzkrise erhoffen. Abgerundet wird die Sendung von einem Besuch im Hamburger Museum für Arbeit, das das Leben und Wirken von Marx in den Mittelpunkt einer großen Ausstellung gestellt hat.” (NDR.de)


Bildergalerie

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Rahmenprogramm

Samstags/Sonntags, 12 - 13 Uhr
Öffentliche Führungen
Kosten: 2€ plus Museumseintritt
Die öffentliche Führung am Samstag, 14. April 2018 muss leider ausfallen.

Montag, 22. Januar 2018, 19 Uhr, Freier Eintritt
Was würde Karl Marx zum digitalen Zeitalter sagen?
Ein Gespräch über die Folgen der Silicon-Valley-Ökonomie mit Timo Daum und Christoph Twickel

Karl Marx beschreibt in seinem Hauptwerk eindrucksvoll die Logik des Kapitalismus im anbrechenden Industriezeitalter. Und heute? Was würde Marx wohl von unserer Welt halten, vom Internet, von user-generated content, dem Silicon Valley, kurz: Wie würde Marx den „Digitalen Kapitalismus“ unserer Tage analysieren und kritisieren? Eine Veranstaltung des Bucerius Lab der ZEIT-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Museum der Arbeit Hamburg.
Um Anmeldung wird gebeten unter https://www.zeit-stiftung.de/anmeldung/bucerius-lab-im-museum-der-arbeit

Sonntag, 28. Januar 2018, 19 Uhr, Eintritt 16 €
Lesung mit Peter Licht
„Emotionale hört die Signale! Auf zum letzten Verzicht!“

Ein Leben ohne Peter Licht ist möglich aber sinnlos. Der Kapitalismus ist noch nicht am Ende, es besteht also eine gewisse Dringlichkeit. Peter Licht, Kämpfer und Künstler an vielen Fronten, betritt die Manege des postfaktischen Zeitalters. „Emotionale hört die Signale! Auf zum letzten Verzicht!“, so der Titel seiner aktuellen Lese- und Konzerttournee, beschreibt das Zwischenreich, das Peter Licht auf dem Weg zu einem neuen Album und seinem ersten Roman durchschreitet. Neue Texte und Lieder entstehen und werden erstmals live erprobt. Work in Progress. Veränderung. Ein Treffen mit alten Bekannten in neuen Zeiten.
Weitere Informationen…

Donnerstag, 1. Februar 2018, 19 Uhr, Eintritt frei
Marx und Chinas große soziale Transformation
Vortrag von Felix Wemheuer (Köln)

Bis heute bezieht sich die Kommunistische Partei Chinas auf die Theorien von Karl Marx. Der Vortrag zeigt wie während Chinas großer Transformation seit 1949 Bezüge zu Marx in völlig unterschiedlichen Kontexten benutzt wurden, um die jeweilige Politik der Partei zu legitimieren. Marx wurde zitiert, um den neuen Menschen während des „Großen Sprungs nach vorne“, den Angriff auf den Staatsapparat während der Kulturrevolution oder auch die Wirtschaftsreformen nach 1978 zu rechtfertigen. Der Vortrag stellt auch dar wie rebellische und oppositionelle Strömungen Marx instrumentalisieren. In Kooperation mit dem Hamburger Institut für Sozialforschung Ort: Hamburger Institut für Sozialforschung

Montag, 5. Februar 2018, 19 Uhr, ermäßigter Eintritt
Das Kapital – das Kurzfilmmanifest
Kurzspielfilm, Dokumentation oder Animation – ein Kurzfilmprogramm zum Thema „Kapitalismus“.
Wie fing alles an und vor allem, wo stehen wir jetzt und wie sieht die Zukunft aus, für den Kapitalismus und für uns Menschen. Wir präsentieren Kurzfilme als Seismograph, Abbild und Ausblick des Kapitalismus. In Kooperation mit Interfilm Berlin
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Montag, 5. Februar 2018, 18 Uhr, Eintritt frei, Besenbinderhof
„Das Kapital“ und die moderne Arbeit
Gespräch mit Frank Deppe und Richard Detje
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Montag, 12. Februar 2017, 19 Uhr, ermäßigter Eintritt
Karl Marx und die Geburt der modernen Gesellschaft
Vorschau auf eine demnächst erscheinende Marx-Biographie von und mit Prof. Dr. Michael Heinrich
Weitere Informationen…

Donnerstag, 15. Februar 2018, 19 Uhr, Eintritt frei
Zur frühen russischen Marx-Rezeption
Vortrag von Joachim Zweynert (Witten/Herdecke)

Der Vortrag fragt nach den geistes- und realgeschichtlichen Hintergründen der frühen russischen Marx-Rezeption bis etwa 1905. Er vertritt die These, dass die Art und Weise, wie Marx in Russland interpretiert worden ist, nur im Zusammenhang mit dem Ideal einer „ganzheitlichen Gesellschaft“ zu verstehen ist. Dieses Ideal hat seine Wurzeln in der Russischen Orthodoxie. Aus diesem Zusammenhang heraus lässt sich erklären, warum der Marxismus gerade in Russland in erster Linie ein religiöses Heilversprechen darstellte, um das entsprechend mit religiöser Inbrunst gestritten wurde. In Kooperation mit dem Hamburger Institut für Sozialforschung Ort: Hamburger Institut für Sozialforschung

Montag, 26. Februar 2018, 19 Uhr, ermäßigter Eintritt
Karl, was jetzt? Resümee und Ausblick nach 200 Jahren Marx.
Open Space mit Suleika Reiners, Lisa Nienhaus und Ceren Türkmen
Weitere Informationen…

Donnerstag, 1. März 2018, 19 Uhr, Eintritt frei
Marxismus und Kapitalismusanalyse in Westeuropa
Die Rezeption von „Das Kapital“ im 20. Jahrhundert
Vortrag von Thomas Kroll (Jena)

In der marxistischen Debatte im westlichen Europa spielte “Das Kapital” von Karl Marx eine zentrale Rolle, die sich jedoch im Laufe des 20. Jahrhunderts erheblich wandelte und in den linken Milieus von Paris über London bis Rom höchst unterschiedliche Formen annehmen konnte.
In Kooperation mit dem Hamburger Institut für Sozialforschung Ort: Hamburger Institut für Sozialforschung

Montag, 5. März 2018, 19 - 00 Uhr, Eintritt frei
Übersetzungsmarathon zu „Das Kapital lesen“ von David Harvey

Die Vorlesungen zu Das Kapital von David Harvey, Humangeograph und Sozialtheoretiker aus den USA, sind als Videos im Internet frei verfügbar. Zusätzlich stehen seine Skripte auf Englisch als open source zur Verfügung. Ein weltweites Projekt ruft Interessierte dazu auf die Vorlesungen zu übersetzen. Die deutsche Übersetzung hat zwar begonnen, ist aber noch nicht abgeschlossen. Gemeinsam wollen wir das ganze Seminar in einer Nacht komplett ins Deutsche übersetzen. Das schaffen wir aber nur, wenn viele mitmachen. Bitte bring deinen eigenen Laptop mit. Für freies Wlan, Snacks und Getränke ist gesorgt.

Anmeldung unter guelay.guen@museum-der-arbeit.de
Weitere Informationen: http://harvey-capital-lectures.wikidot.com/

Montag, 9. April 2018, 19 Uhr, ermäßigter Eintritt
Kritik der politischen Ökonomie heute
Vortrag von Michael R. Krätke

Wer von politischer Ökonomie heute spricht, muss sich vor Missverständnissen hüten. Denn die Neoklassik wird von ihren Protagonisten vor allem als unpolitische Wissenschaft verstanden. Es sollte daher heißen: Kritik der unpolitischen Ökonomie. Dafür ist die Beschäftigung mit dem Hauptwerk des Zeitgenossen Marx unentbehrlich. Professor emerit. Michel R. Krätke für Politische Ökonomie an der Universität Lancaster spricht über den Wandel des Begriffs in unserer Zeit.
In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg. Ort: Seminarraum

Bitte beachten Sie, dass wir bei einem großen Andrang den Ticketverkauf für einzelne Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen begrenzen müssen. Um sicher zu gehen, dass Sie an der Veranstaltung teilnehmen können, kommen Sie frühzeitig zur Kasse. Der Verkauf ist ab 13 Uhr möglich. Wir entschuldigen uns für eventuell entstehende Unannehmlichkeiten.


Angebote für Gruppen

Einführung
Der begleitete Rundgang führt zu ausgewählten Stationen. Im Anschluss daran können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst gut in der Ausstellung orientieren. 60 Minuten, max. 20 Personen, 70 € + Museumseintritt

Ausstellungsgespräch
Im Rahmen des begleiteten Rundgangs ist Raum für Vertiefung und zur Diskussion in der Ausstellung. 90 Minuten, max. 20 Personen, 80 € + Museumseintritt


Angebote für Schulkassen

Für Lehrerinnen und Lehrer
Die Ausstellung ermöglicht fächerübergreifende Zugänge. Anbindungen an den Unterricht gibt, neben dem Aufgabengebiet „Globales Lernen“, in den Fächern Philosophie (Reflektionskompetenz), Geschichte (Orientierungskompetenz, Urteilskompetenz) und PGW. Problem- und fallorientiert werden historische und aktuelle Themen kritisch untersucht, in der Übernahme von Rollen Perspektivwechsel und Handlungsoptionen erprobt.

Ausstellungsgespräch
What´s up, Marx?
Eine Dose mit Bohnen kostet 1,50 €. Das ist ihr Wert. Aber gibt es auf der Welt auch Waren, die keinen Wert haben? Ist Liebe eine Ware? Wenn ja, wer oder was bestimmt ihren Wert? Diesen und ähnlichen Fragen gehen die Schülerinnen und Schüler ausgehend von Karl Marx` Kapital und an interaktiven Stationen spielerisch-assoziativ nach. 90 Minuten, max. 25 Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klassenstufe, 50 €

Workshop
Höher, schneller, weiter!
Nach der spannenden Beschäftigung mit der Geschichte und Aktualität von Marx` Kapital werden die Schülerinnen und Schüler zur persönlichen Auseinandersetzung mit kapitalistischem Denken eingeladen. Prägen Optimierung und Gewinnmaximierung auch ihren Alltag? Kennen sie Alternativen? Die Ergebnisse ihrer Diskussionen, Gedanken und Wünsche können sie auf Plakaten festhalten und mit anderen Besuchern direkt in der Ausstellung teilen. 180 Minuten, max. 25 Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klassenstufe, 85 €

Bei Ausstellungsbesuchen von Gruppen ab 8 Personen ohne Vermittler des Museums bitten wir um Anmeldung. Die Gebühr beträgt 10 €.

Weitere Informationen und Buchung
Museumsdienst Hamburg, 040 – 428 131 0, info@museumsdienst-hamburg.de, www.museumsdienst-hamburg.de

Didaktische Materialien
Didaktische Materialien mit Anregungen zur Vor- und Nachbereitung des Ausstellungsbesuchs mit Schulklassen stehen als kostenloses Download zur Verfügung.
↓ Didaktische Materialien zur Ausstellung Das Kapital (2,91 MB)


Kuratiert von Joachim Baur, Die Exponauten. Ausstellungen et cetera, Berlin
Ausstellungsgestaltung: Holzer Kobler Architekturen